Ein unerwartet positiver Bericht zur Inflation in den USA hat den Finanzmärkten vergangene Woche eine dringend benötigte Atempause verschafft, nachdem die Federal Reserve zuvor auf steigende Preisdynamik in Richtung des Jahreswechsels hingewiesen hatte. Der persönliche Konsumausgaben-Preisindex (PCE) stieg im November 2024 im Jahresvergleich um 2,4%, nach 2,3% im Oktober. Die von der Regierung gemeldete Zahl lag unter den Prognosen von 2,5% und zeigte dennoch den zweiten monatlichen Anstieg in Folge auf. Auf monatlicher Basis stieg der PCE-Index um 0,1% und schwächte sich damit von den 0,2% im Oktober ab. Abzüglich volatiler Komponenten wie Nahrungsmittel und Energie stagnierte der Kern-PCE bei 2,8% im Jahresvergleich und blieb hinter den Erwartungen von 2,9% zurück. Monatlich verlangsamte sich das Wachstum des Kern-PCE auf 0,1% gegenüber 0,3% im Vormonat und lag damit unter den erwarteten 0,2%. Gleichzeitig wiesen die Berichte einen Einkommensanstieg von 0,3% gegenüber dem Vormonat auf, was eine Verlangsamung gegenüber dem Oktoberwert von 0,5% darstellt und die Erwartungen von 0,4% verfehlte. Die Konsumausgaben stiegen um 0,4% und blieben damit geringfügig hinter den Prognosen, zeigten jedoch die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher in der Vorweihnachtssaison. Die sanftere PCE-Lesung für November könnte nach Tagen erhöhter Marktvolatilität infolge der Fed-Sitzung in dieser Woche für Erleichterung sorgen. Am Mittwoch deutete die Fed einen langsameren Kurs von Zinssenkungen an und hob ihre Inflationsprognosen für 2025 und darüber hinaus an, was ihre vorsichtige Haltung untermauerte. Die Entscheidungsträger prognostizieren nun, dass die Gesamtinflation des PCE im nächsten Jahr 2,5% erreichen wird, verglichen mit der September-Prognose von 2,1%, und für 2026 2,1%, anstatt der vorherigen Schätzung von 2%. Ebenso wird die Kern-PCE-Inflation jetzt für 2025 auf 2,5% erhöht, gegenüber zuvor 2,2%, und auf 2,1% in 2026, revidiert von 2%. Die Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell enttäuschten die Markthoffnungen weiter, als er eine "neue Phase" in der Geldpolitik ankündigte und Vorsicht vor weiterer Lockerung signalisierte, da die Zinsen sich dem neutralen Niveau nähern. Vor der Veröffentlichung der Daten am Freitag rechneten die Geldmärkte im nächsten Jahr mit kumulierten Zinssenkungen von 65 Basispunkten.
Wirtschaft
Inflationsangst mildert sich: PCE-Index überrascht positiv