Das US-Analysehaus Jefferies hat die Aktie des Chipherstellers Infineon mit dem Prädikat „Top Pick“ für das Jahr 2026 versehen. Diese Heraufstufung erfolgt in einer Phase, in der der DAX-Konzern an der Börse bereits deutliche Stärke beweist. Der Markt reagierte prompt auf die Einschätzung und trieb das Papier auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 42,59 Euro.
Mit einer Performance von 11,29 Prozent seit Jahresbeginn (YTD) setzt sich Infineon von der breiten Masse ab. Die Analysten begründen ihren Optimismus primär mit der dominanten Marktstellung des Unternehmens bei Leistungshalbleitern. Diese Komponenten sind essenziell für die Skalierung der zwei wichtigsten makroökonomischen Trends der Dekade: Elektromobilität und Künstliche Intelligenz.
Die Verdopplung der KI-Umsätze untermauert die fundamentale Bewertung
Hinter der Kursfantasie stehen harte Zahlen des Managements. Infineon prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr eine Verdopplung der KI-bezogenen Umsätze auf ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Diese Guidance ist der zentrale Pfeiler für die aktuelle Neubewertung der Aktie und rechtfertigt aus Sicht institutioneller Anleger den jüngsten Kursanstieg.

Gestützt wird dieses Szenario durch die breite Sektorstimmung. Positive Signale vom Branchenschwergewicht ASML und robuste Nachfragebestätigungen des Auftragsfertigers TSMC validieren den Wachstumspfad. Es handelt sich folglich nicht um eine isolierte Bewegung bei Infineon, sondern um eine strukturelle Aufwertung des gesamten Halbleitersegments, in dem Infineon eine Schlüsselrolle einnimmt.
Charttechnische Indikatoren signalisieren trotz Rallye noch keine Überhitzung
Trotz des dynamischen Anstiegs auf das neue Jahreshoch deutet die technische Analyse auf weiteres Potenzial hin. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert aktuell bei 46,3. Dieser Wert liegt im neutralen Bereich und signalisiert, dass die Aktie trotz der jüngsten Gewinne keinesfalls als überkauft gilt.
Gleichzeitig notiert der Titel rund 11 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Dies bestätigt einen intakten und stabilen Aufwärtstrend. Technisch orientierte Investoren blicken nun auf das Allzeithoch aus dem Jahr 2021 als nächste relevante Widerstandsmarke, sofern der Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch nachhaltig verteidigt wird.
Die Quartalszahlen im Februar fungieren als entscheidender Realitätscheck
Die Vorschusslorbeeren von Jefferies und die Euphorie des Marktes müssen einem Fakten-Check standhalten. Am 4. Februar 2026 wird Infineon die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vorlegen. Dieser Termin ist für die kurz- bis mittelfristige Kursentwicklung kritisch.
Anleger sollten diesen Stichtag genau beobachten. Nur wenn der operative Ausblick des Managements die hohen Erwartungen an den KI-Umsatz und die Margenstabilität bestätigt, ist der Weg für eine Fortsetzung der Rallye frei. Enttäuschungen könnten hingegen zu einer raschen Korrektur der jüngsten Aufschläge führen.


