02. Januar, 2026

Wirtschaft

Indische Fachkräfte mit hohem Einkommensniveau stärken die deutsche Wirtschaft

In einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird hervorgehoben, dass indische Fachkräfte in Deutschland das höchste Bruttoeinkommensniveau erzielen. Im Jahr 2024 lag der Median-Bruttolohn indischer Arbeitnehmer bei beeindruckenden 5.393 Euro. Auf dem zweiten Platz folgen österreichische Fachkräfte mit 5.322 Euro, dicht gefolgt von Arbeitnehmern aus den USA mit 5.307 Euro und Irland mit 5.233 Euro. Im Vergleich dazu beträgt das mittlere Bruttoeinkommen deutscher Arbeitnehmer 4.177 Euro, während ausländische Beschäftigte im Allgemeinen einen durchschnittlichen Lohn von 3.204 Euro erhalten.

Der Grund für diese attraktiven Gehälter indischer Fachkräfte ist primär in ihrem Schwerpunkt im technischen Berufsfeld zu suchen. Ein signifikanter Teil von ihnen ist in akademischen MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) tätig, was zu einem höheren Einkommensniveau führt. Die Anzahl der indischen Fachkräfte in diesen Disziplinen hat sich zwischen 2012 und 2024 beinahe verneunfacht, was auf einen Anstieg auf über 32.800 Beschäftigte hinweist. Etwa ein Drittel der 25- bis 44-jährigen indischen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ist in diesen lohnintensiven Branchen tätig.

Diese positive Entwicklung wird durch die steigende Zahl indischer Studenten in Deutschland unterstützt, die sich nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Studiengänge in das deutsche Arbeitsleben integrieren und wertvolle Beiträge zur Forschung leisten. Von indischen Erfindern eingereichte Patentanmeldungen haben zwischen 2000 und 2022 eine Verzwölffachung erfahren, was die Bedeutung dieser Fachkräfte für die Innovationskraft des Landes unterstreicht, so die Studienautoren.

Axel Plünnecke, ein Experte des IW, betont die immense Bedeutung der qualifizierten Zuwanderung für das Wachstum der deutschen Wirtschaft, insbesondere in den MINT-Bereichen und der Innovation. Die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus Drittstaaten, speziell aus Indien, seitens der Bundesregierung seit 2012 wird als eine „besondere Erfolgsgeschichte“ gepriesen. Diese Strategie hat zu einer signifikanten Stärkung des deutschen Arbeitsmarktes beigetragen und dessen Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene gesteigert.

Ein weiterer entscheidender Faktor für das hohe Gehaltsniveau, insbesondere bei Fachkräften aus Österreich und den USA, ist ihre häufige Anstellung in wirtschaftsstarken, urbanen Regionen, die generell ein höheres Gehaltsniveau bieten. Diese urbanen Zentren sind nicht nur wirtschaftlich bedeutend, sondern auch kulturell divers und bieten zahlreiche Karrieremöglichkeiten und Anreize für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus aller Welt.