08. März, 2026

Wirtschaft

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland fühlen sich verschiedenen Belastungen im Job ausgesetzt

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland fühlen sich verschiedenen Belastungen im Job ausgesetzt

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland fühlen sich einer Umfrage zufolge im Job verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Das ergab eine Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Demnach gaben 31 Prozent der Befragten an, immer wieder schwerer körperlicher Arbeit, Zeitdruck, Lärm und Konflikten mit Kollegen und Kunden ausgesetzt zu sein.

Der "DGB-Index Gute Arbeit" basiert auf Interviews mit mehr als 6000 Beschäftigten, die zwischen Januar und April befragt wurden. Die Umfrage ist laut DGB für diese Gruppe repräsentativ. Besonders Zeitdruck belastet demnach 86 Prozent der Befragten, bei 56 Prozent ist schwere körperliche Arbeit ein Problem. Auch Lärm (73 Prozent) und Konflikte mit Kollegen oder Kunden (65 Prozent) werden häufig als Belastung empfunden.

"In der Regel sind Tätigkeiten durch verschiedene, häufig gleichzeitig auftretende Anforderungen charakterisiert", heißt es in der Studie. Mehrfachbelastungen seien an der Tagesordnung. Dabei berichteten 31 Prozent der Befragten von allen vier Belastungsarten.

Die gesundheitlichen Folgen dieser Belastungen sind deutlich sichtbar. Je stärker die Arbeitsbelastungen ausgeprägt sind, desto schlechter schätzen die Beschäftigten ihre Gesundheit und künftige Arbeitsfähigkeit ein. Nur 39 Prozent der Beschäftigten, die mit mehreren körperlichen und psychischen Belastungen umgehen müssen, gaben an, einen guten Gesundheitszustand zu haben. Lediglich sieben Prozent von ihnen glauben, dass sie unter solchen Bedingungen bis zum Rentenalter durchhalten können. Im Gegensatz dazu beschreiben 71 Prozent derer, die keine der genannten Belastungen aufweisen, ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut.

Besorgniserregend ist auch, dass nur 38 Prozent der Befragten angaben, dass es in den vergangenen zwei Jahren eine Beurteilung der Gefährdung für ihren Arbeitsplatz gegeben habe. Der DGB wies darauf hin, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet seien, diese Beurteilungen durchzuführen.

Die Arbeitgeberseite äußerte sich zunächst nicht zu den Studienergebnissen und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Yasmin Fahimi, die Vorsitzende des DGB, betonte jedoch, dass es nicht akzeptabel sei, wenn Unternehmen ihren gesetzlichen Pflichten im Arbeitsschutz nicht nachkommen. Die Gesundheit der Beschäftigten dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Auch Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, machte auf die wachsende Zahl psychischer Belastungen unter den Beschäftigten aufmerksam. Burnout dürfe nicht als Berufsrisiko abgetan werden. Er forderte effektive Prävention und sanktionierbare Regeln durch Betriebsräte. Mit einer "Anti-Stress-Verordnung" könne die Politik den Beschäftigten ein verbindliches Instrument an die Hand geben.