15. Mai, 2026

Wirtschaft

HELOCs im Fokus: Risiken und Vorteile der zinsgünstigen Immobilienkredite

HELOCs im Fokus: Risiken und Vorteile der zinsgünstigen Immobilienkredite

Home Equity Lines of Credit, kurz HELOCs, bieten Hausbesitzern die Möglichkeit, das in ihrer Immobilie gebundene Eigenkapital als revolvierenden Kreditrahmen zu nutzen. Aufgrund der Besicherung durch die Immobilie selbst bieten sie oftmals günstigere Konditionen als andere revolvierende Kreditformen, etwa Kreditkarten.

HELOCs sind in zwei Phasen unterteilt: die Abrufphase und die Rückzahlungsphase. Bei einem zinsfreien HELOC beschränken sich die Zahlungsverpflichtungen des Kreditnehmers während der in der Regel zehnjährigen Abrufphase auf die Zinsen. Das hält die monatlichen Belastungen niedrig, birgt aber das Risiko, dass die Kosten beim Übergang in die Rückzahlungsphase erheblich ansteigen können.

Ein zinsfreier HELOC ähnelt einer Kreditkarte, allerdings können Gelder nur während der Abrufphase abgerufen werden. Danach ist eine weitere Auszahlung nicht mehr möglich. Mit Beginn der Rückzahlungsphase, die typischerweise 20 Jahre dauert, müssen sowohl Zinsen als auch Tilgungsanteile beglichen werden.

Einige Kreditgeber erlauben zusätzliche Tilgungen während der Abrufphase, was nicht verpflichtend, aber empfehlenswert ist, um künftige Zahlungen abzufedern. Die Berechnung der zinsfreien Zahlungen erfolgt durch Multiplikation des Kreditbetrags mit dem jährlichen Zinssatz, geteilt durch 12.

Interessanterweise verfügen die meisten HELOCs über variable Zinssätze, sodass die Zahlungen mit den Zinsänderungen schwanken können. Ein weiteres Augenmerk sollte auf die Möglichkeit von Ballon-Zahlungen am Ende der Abrufperiode gelegt werden, was eine komplette Rückzahlung des noch offenen Saldos erfordert.

In Abgrenzung dazu haben herkömmliche HELOCs die Vorgabe, sowohl Zins- als auch Tilgungszahlungen während der Abrufphase zu leisten. Trotz ähnlicher Grundbedingungen sind momentan die zinsfreien HELOCs weitaus populärer.

Für potenzielle Kreditnehmer bietet sich auch die Überlegung alternativer Finanzierungsformen an, beispielsweise Eigenheim-Kredite oder Cash-out Refinanzierungen, die durch feste oder variable Zinssätze Rückzahlungen ermöglichen und gegebenenfalls vorteilhafter sein können.