18. Mai, 2026

Wirtschaft

Hannover Rück trotzt Unwetter: Gewinnprognose angehoben

Hannover Rück trotzt Unwetter: Gewinnprognose angehoben

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück erwartet trotz der Belastungen durch Naturkatastrophen in diesem Jahr einen höheren Gewinn als ursprünglich prognostiziert. Die Hannoveraner heben ihren Gewinn für 2023 von ehemals mindestens 2,1 Milliarden Euro auf etwa 2,3 Milliarden Euro an. Verantwortlich hierfür sei unter anderem ein positiver Steuereffekt, wie die Unternehmensführung um den scheidenden CEO Jean-Jacques Henchoz und seinen Nachfolger Clemens Jungsthöfel verkündete. Weder Hurrikan "Milton" noch das Unwetter in Spanien sollen diese Prognosen trüben.

An der Börse wurden diese Nachrichten erfreut aufgenommen, und die Aktie der Hannover Rück verzeichnete einen Anstieg von 3,4 Prozent auf 246,60 Euro. Damit konnten Verluste, die seit dem Rekordhoch im Oktober aufgetreten sind, teilweise ausgeglichen werden. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Aktie seit Jahresbeginn sogar einen Zuwachs von rund 14 Prozent verzeichnen.

Im dritten Quartal erwirtschaftete die Hannover Rück einen Gewinn von 663 Millionen Euro, was einer Steigerung um das Eineinhalbfache im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings ist dieses Ergebnis stark von einem Steuereffekt von 120 Millionen Euro geprägt. In den ersten drei Quartalen summierte sich der Überschuss auf etwa 1,8 Milliarden Euro, sodass bis zum Ziel lediglich eine halbe Milliarde Euro fehlt.

Die Naturkatastrophen des dritten Quartals hinterließen ebenso deutliche Spuren in den Finanzen der Hannover Rück. Während die Überschwemmungen in Zentral- und Mitteleuropa mit 225 Millionen Euro zu Buche schlugen, verursachte Hurrikan "Helene" in den USA Kostenvorsorgen von 130 Millionen Euro. Der Einsturz einer Autobahnbrücke in Baltimore brachte zusätzliche Belastungen von 100 Millionen Euro mit sich.

Für die Auswirkungen von Hurrikan "Milton" und das italienische Unwetter bleibt die finale Schadenshöhe noch unklar. Finanzvorstand Jungsthöfel zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das verbleibende Großschadenbudget von 500 Millionen Euro ausreichend sei, um die Kosten abzudecken.

Trotz der Herausforderungen wird eine stabile Gewinnentwicklung angestrebt. Eine geplante Umsatzsteigerung von mehr als sieben Prozent im Rückversicherungsgeschäft soll zur Zielerreichung beitragen, wobei die Kostenquote unter 88 Prozent verharren soll. Für 2024 plant das Unternehmen eine währungsbereinigte Umsatzsteigerung von über fünf Prozent.

Henchoz sieht die anhaltende Nachfrage nach Rückversicherungsschutz als positiv an, ebenso wie steigende Zinsen, die eine Renditesteigerung auf Kapitalanlagen auf mindestens 3,2 Prozent im Jahr 2024 ermöglichen sollen. Die zukünftige Unternehmensführung übernimmt Clemens Jungsthöfel ab April 2025, während Christian Hermelingmeier die Rolle des CFO von Jungsthöfel übernimmt.