Die Schwergewichte der Tech-Branche, Amazon, Microsoft und Alphabet, haben ihre Quartalsergebnisse veröffentlicht und die Erwartungen der Wall Street enttäuscht. Alle drei Unternehmen, die enorm in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) investiert haben, konnten bislang keine signifikanten Umsätze vorweisen. Dies führte zu einem Kursrückgang bei Alphabet von 6,1 %, Microsoft verzeichnete ebenfalls Verluste in den letzten Tagen und Amazon gab in den Vorbörsen nach.
Silicon Valley hatte das Jahr 2024 als das Jahr der Einführung generativer KItechnologien ausgerufen. Diese Technologien sollen in der Lage sein, durch einfache Eingaben Texte, Bilder und Videos zu erzeugen, und damit endlich für bedeutende Gewinne sorgen. Doch bislang haben weder Google’s Gemini noch Microsofts Copilot diese Erwartungen erfüllt, was zu wachsenden Zweifeln an der Rentabilität der KI führt.
Diese Technologien bieten zweifellos enorme Chancen, betont Daniel Morgan, Senior Portfoliomanager bei Synovus Trust. Doch die erheblichen Investitionen im Vorfeld lassen Investoren unsicher zurück. Die zentrale Frage sei, ob diese Unternehmen genug zusätzlichen Gewinn aus ihren Investitionen erstreiten können.
Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen: Das Cloud-Geschäft, das stark von generativer KI profitiert, weist ein weiterhin gesundes Wachstum auf. Trotz dieser Fortschritte sind die Anleger zunehmend ungeduldig und verlangen konkrete Resultate aus den hohen Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastrukturen.
Amazon prognostizierte für das dritte Quartal einen Betriebsgewinn unterhalb der Analystenschätzungen. CEO Andy Jassy setzt auf Kostensenkungen, um Ressourcen für KI-Investitionen freizusetzen. Finanzchef Brian Olsavsky betonte, dass steigende Kapitalausgaben ein positives Signal seien und erläuterte, dass Amazon in diesem Jahr 30,5 Milliarden Dollar investierte, vor allem in die AWS-Cloud-Sparte.
Alphabet blieb unkonkret, was die Erwartungen an das KI-Wachstum betrifft. Trotz eines soliden Verkaufswachstums, das durch KI-Investitionen unterstützt wurde, überschatteten Bedenken bezüglich Kapitalausgaben in Höhe von 13,2 Milliarden Dollar die Ergebnisse und führten zum Aktienkurseinbruch.
Microsoft enttäuschte ebenfalls. Das Umsatzwachstum von Azure, dem Cloud-Computing-Dienst, verlangsamte sich. Obwohl AI 8 Prozentpunkte des Azure-Wachstums ausmachte, bleiben die Investoren skeptisch, ob sich die hohen Ausgaben rechtfertigen lassen. CEO Satya Nadella betonte, dass die Investitionen durch Kundennachfrage getrieben seien.
Einen Lichtblick bietet Meta Platforms, die Muttergesellschaft von Facebook. Trotz hoher KI-Investitionen übertraf das Unternehmen die Umsatzprognosen und hob die Investitionsprognose für das Jahr an. CEO Mark Zuckerberg führte das Wachstum auf verbesserte Werbeausrichtung und Inhaltsempfehlungen durch KI zurück. Apple plant ebenfalls, neue KI-Funktionen einzuführen, um iPhone-Upgrades zu fördern.
Langfristig bleibt abzuwarten, ob die hohen Investitionen in KI das Versprechen einlösen, komplexere Aufgaben zu bewältigen. Jim Covello von Goldman Sachs warnte, dass die Euphorie in den nächsten anderthalb Jahren umschlagen könnte, sollten keine bedeutenderen Anwendungsfälle auftauchen.
Mark Zuckerberg bekräftigte, dass die Investitionen in KI rational seien und die Unternehmen, die hinterherhinken, langfristig benachteiligt sein könnten.