Der Vier-Säulen-Pakt von Davos markiert eine geopolitische Zäsur
Die diplomatische Eskalation um Grönland hat in Davos eine abrupte Wendung genommen. US-Präsident Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte haben sich am Rande des Weltwirtschaftsforums auf einen umfassenden Kompromiss verständigt. Dieser Deal beendet die unmittelbare Drohkulisse von US-Strafzöllen gegen acht europäische Staaten, fordert jedoch im Gegenzug massive strategische Zugeständnisse der Europäer.
Die Vereinbarung basiert auf vier zentralen Säulen, die für Analysten von höchster Relevanz sind. Erstens entfallen die ökonomischen Sanktionen. Zweitens gewähren die Europäer den USA ein direktes Mitspracherecht bei der Investitionskontrolle, inklusive eines Vetorechts gegen Akteure aus Nicht-NATO-Staaten wie China oder Russland. Drittens wird das europäische Engagement in der Arktis signifikant erhöht.

Washington etabliert souveräne Militärzonen nach dem britischen Zypern-Vorbild
Der vierte und kritischste Punkt des Abkommens betrifft die physische Präsenz der US-Streitkräfte. Unter Berufung auf NATO-Kreise und Informationen der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' plant Washington die Übernahme von Militärbasen auf Grönland. Das Modell orientiert sich explizit an den britischen 'Sovereign Base Areas' Akrotiri und Dhekelia auf Zypern. Dies würde bedeuten, dass diese Areale als US-Staatsgebiet fungieren und ausschließlich militärisch genutzt werden.
Im Zentrum dieser Expansion steht das Raketenabwehrprojekt 'Golden Dome'. Die derzeitige Pituffik Space Base – der aktuell einzige US-Stützpunkt – dürfte damit massiv erweitert werden. Historisch betrachtet betrieb Washington während des Kalten Krieges bis zu 17 Anlagen auf der Insel. Das Stationierungsabkommen von 1951 soll entsprechend neu verhandelt werden, wobei Trump Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio mit der operativen Umsetzung betraut hat.
Europäische Handelserleichterung kollidiert mit dem Souveränitätsanspruch Nuuks
Während europäische Regierungschefs wie der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen und der niederländische Premier Dick Schoof die Deeskalation und den Verzicht auf Zölle begrüßen, formiert sich in Grönland Widerstand. Aaja Chemnitz, grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, kritisierte das Vorgehen scharf unter dem Motto 'Nichts über uns ohne uns'. Die NATO besitze kein Mandat, über territoriale Fragen ohne Einbeziehung der Regierung in Nuuk zu verhandeln.

Präsident Trump stellte zwar klar, dass es zu keinem direkten 'Kauf' Grönlands gegen Geldzahlungen kommen werde und eine militärische Einnahme der Insel ausgeschlossen sei. Dennoch verschiebt die Etablierung souveräner US-Basisgebiete das Machtgefüge in der Arktis fundamental zugunsten der Vereinigten Staaten, während Dänemark seine territoriale Integrität faktisch partiell abtritt.

