Die weltweiten Militärausgaben haben einen neuen Höhepunkt erreicht, mit einem markanten Anstieg von 6,8 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahr. Laut dem aktuellen Bericht des renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri belaufen sich die Investitionen im Verteidigungssektor für das Jahr 2023 auf satte 2,44 Billionen US-Dollar. Dieser Zuwachs markiert den signifikantesten seit dem Jahr 2009. Ein markantes Moment für die Zunahme der Ausgaben war der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die gegenwärtige Unsicherheit führt dazu, dass Staaten vermehrt in harte Sicherheitskonzepte investieren, anstatt auf diplomatische Lösungswege zu setzen. Der Forscher Lorenzo Scarazzato vom Sipri-Institut bewertet diese Entwicklung als Indikator für ein zunehmend unsicheres Weltgefüge, in dem militärische Aufrüstung als prioritäre Maßnahme angesehen wird. Die Vereinigten Staaten stehen mit 916 Milliarden US-Dollar, was mehr als ein Drittel der globalen Militärausgaben ausmacht, unangefochten an der Spitze der größten Geldgeber. China folgt als zweitgrößter Ausgabenträger mit 12 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Die beiden Supermächte vereinen somit etwa die Hälfte der globalen Militärausgaben auf sich. Als konstante Größen im Ranking verweilen neben den USA und China auch Russland, Indien, Saudi-Arabien und Großbritannien in den Top-Sieben. Deutschland befindet sich erneut auf Rang sieben, wird jedoch laut Sipri-Forscher für das Verfehlen des Zwei-Prozent-Ziels der NATO kritisiert. Trotzdem ist die Bundesrepublik nach dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte Militärausgabenträger in Europa. Die Bundesregierung deutet an, das festgesetzte Ziel möglicherweise 2024 zu erreichen, woraufhin sich eine Veränderung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung Deutschlands abzeichnet. Greenpeace-Experte Alexander Lurz kritisiert hingegen die sprunghaft gestiegenen Militärausgaben Deutschlands und warnt vor einer zu engen Sichtweise auf Sicherheitspolitik. Rüstung allein könne keinen Frieden garantieren, während Aufrüstung global zu vermehrter Gewalt führe. Speziell in der Ukraine schossen die Ausgaben für das Militär um 51 Prozent in die Höhe, was das Land von Platz 11 auf Platz 8 der weltweiten Rangliste katapultierte. Die Militärausgaben dort umfassen mehr als die Hälfte des gesamten Staatsbudgets. Russische Militärausgaben verzeichneten ebenfalls ein Wachstum von 24 Prozent. Der Sipri-Bericht stellt die umfangreichste Datensammlung zu den globalen Militärausgaben dar und umfasst Investitionen in Personal, Militärhilfen sowie Forschung und Entwicklung im militärischen Sektor.
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Globale Militärausgaben auf Rekordniveau: Spannungen treiben weltweite Aufrüstung