10. Januar, 2026

Märkte

Glencore und Rio Tinto: Neu aufgegriffene Fusionsverhandlungen der Bergbau-Giganten

Der globale Rohstoffmarkt erlebt derzeit eine Phase signifikanter Veränderungen, da die Bergbau-Giganten Glencore und Rio Tinto nach einer einjährigen Pause ihre Gespräche über eine mögliche Fusion wieder aufgenommen haben. Glencore hat vor kurzem bestätigt, dass vorläufige Gespräche mit Rio Tinto geführt werden, eine Nachricht, die ursprünglich von der "Financial Times" verbreitet wurde. Eine mögliche Fusion dieser beiden Industriegrößen könnte zur Schaffung eines neuen Marktführers führen, der über einen Unternehmenswert von über 260 Milliarden US-Dollar verfügt. Diese Entwicklung könnte zudem effektiv auf die zunehmende weltweite Rohstoffknappheit reagieren.

Die Reaktionen an den Aktienmärkten waren gemischt. Während die Aktie von Glencore um über acht Prozent anstieg, verzeichnete Rio Tinto einen Rückgang von mehr als zwei Prozent. Analysten, wie Derren Nathan von Hargreaves Lansdown, führen diese unterschiedliche Marktresonanz auf die Unsicherheiten unter Investoren zurück, die hinsichtlich der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer solchen Fusion Zweifel hegen. Obwohl eine potenzielle Zusammenarbeit zusätzlichen Wert schaffen könnte, liegen die Herausforderungen vor allem in der Komplexität einer solchen Vereinbarung, sagt Christopher LaFemina von Jefferies. Dennoch erkennt RBC-Analyst Ben Davis Chancen für beide Unternehmen. Rio Tinto könnte durch die Fusion einen Zugang zu wertvollem Kupfer erhalten, während Glencore den Unternehmenswert für seine Aktionäre erhöhen könnte.

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit Kupfer, dessen Preis an den Märkten unlängst die Rekordmarke von über 13.300 US-Dollar pro Tonne erreichte. Diese Entwicklung spiegelt die Erwartungen von Analysten wider, die eine Kupferknappheit bis zum Jahr 2040 prognostizieren und die Bedeutung der laufenden Fusionsgespräche unterstreichen.

Die Fusion ist jedoch mit erheblichen finanziellen und operativen Risiken verbunden. Insbesondere die Geschäftsfelder Kohle und Marketing könnten zu signifikanten Herausforderungen werden. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die mögliche Intervention der BHP Group, des größten Bergbaukonzerns der Welt, der die Pläne erheblich beeinflussen könnte.

Glencore hat klargestellt, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde und ein möglicher Zusammenschluss durch einen Aktientausch in Betracht gezogen wird. Die Machtverhältnisse innerhalb dieser möglichen Fusion bleiben spannend, da erwartet wird, dass Rio Tinto das Bestreben unternehmen könnte, Glencore zu erwerben, was aus der Sicht von Richard Hatch von der Berenberg Bank aufgrund der jeweiligen Marktkapitalisierungen sinnvoll wäre. Das britische Übernahmerecht setzt Rio Tinto nun unter Zeitdruck, da ihnen eine Frist bis zum 5. Februar gewährt wird, um ihre Absichten offen zu legen.

Der Druck auf Zusammenschlüsse innerhalb der Bergbauindustrie nimmt zu, da andere große Marktakteure, wie Anglo American und BHP, bereits ähnliche Maßnahmen ergreifen, um Größenvorteile zu erlangen und ihre Marktposition zu stärken. Diese Entwicklungen sind ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb in der Branche intensiver wird und Unternehmen nach Wegen suchen, um sich in einem sich rasch verändernden Marktumfeld zu behaupten.