05. Mai, 2026

Wirtschaft

Glänzende Aussichten trotz steigender Goldpreise: Der Schmuckmarkt trotzt Unsicherheiten

Glänzende Aussichten trotz steigender Goldpreise: Der Schmuckmarkt trotzt Unsicherheiten

Wer plant, seine Liebsten in diesem Jahr mit Schmuck oder Uhren zu erfreuen, sollte sich darauf einstellen, etwas tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Hauptgrund hierfür ist der gestiegene Goldpreis, wie Guido Grohmann vom Bundesverband Schmuck-, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BVSU) bestätigt. Trotz leicht rückläufiger Verkaufszahlen zeigt sich die Branche widerstandsfähig, insbesondere das Weihnachtsgeschäft bleibt ein wichtiger Umsatztreiber.

Wie Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Juweliere (BVJ), feststellt, scheint die allgemeine Konsumzurückhaltung kaum Einfluss auf den Schmuckkauf zu haben. Zwar sinken die Verkaufszahlen, doch die verkauften Produkte werden teurer, da sie verstärkt im hochwertigen Segment angesiedelt sind. Besonders bei Uhren über 5000 Euro bleibt die Nachfrage stabil, obwohl es gelegentlich zu Lieferschwierigkeiten kommt.

Viele Kunden ignorieren den Anstieg der Goldpreise, obwohl sich die Kosten für ein Gramm in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben. Ausweichbewegungen zu günstigeren Alternativen wie Platin sind zu beobachten. Der Stiltrend geht zu schlichteren Schmuckdesigns, bei denen oft echte Diamanten den Feinschliff geben.

Neben Preissteigerungen und inflationsbedingten Kaufkraftdiskussionen stellen sich für die Branche noch weitere Herausforderungen dar. Die Reiselust nach den Jahren der Pandemie wirbelt die Konkurrenzsituation auf: Tourismus, Gastronomie und Events ziehen Marktanteile ab. Dennoch verzeichnet die Branche satte 20 Prozent Wachstum im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit, obwohl für das laufende Jahr ein Minus von bis zu sieben Prozent erwartet wird.

Der stationäre Einzelhandel bleibt essenziell, denn viele Kunden kehren trotz der Digitalisierung nach Corona in die Geschäfte zurück, um die Ware persönlich zu erleben. Die Anpassungen im Einkaufsverhalten der Juweliere deuten darauf hin, dass vor allem Lagerbestände verkauft werden.

Angesichts der Vielschichtigkeit der gegenwärtigen Krise, inklusive der politischen Unsicherheiten in den USA und der Spannungen in der Ukraine, lautet die Devise der Fachleute Vorsicht. Dennoch bleibt der Optimismus groß, dass die Talsohle weit entfernt ist, auch wenn die fettesten Jahre vielleicht hinter der Branche liegen.