18. Januar, 2026

Politik

Gespräche der EU über Reaktionen auf US-Zollandrohung im Grönland-Streit

Angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle auf Waren aus Europa zu erheben, haben sich die EU-Mitgliedstaaten zu einer Sondersitzung entschlossen. Diese außerordentliche Zusammenkunft auf Botschafterebene wurde von der derzeitigen zypriotischen Ratspräsidentschaft für den kommenden Sonntag einberufen. Im Zentrum der Diskussionen steht die Eskalation im sogenannten Grönland-Konflikt, der die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union erheblich belastet.

Die Möglichkeit, dass bei dem Treffen konkrete Gegenmaßnahmen diskutiert werden, bleibt zunächst im Unklaren. Die EU hat in den letzten Jahren ein spezielles Instrument etabliert, das es den Mitgliedsstaaten erlaubt, auf wirtschaftliche Druckmittel von Drittstaaten zu reagieren. Dieses handelspolitische Schutzinstrument erlaubt, im Falle einer ökonomischen Erpressung, Maßnahmen wie die Einführung von Gegenzöllen zu ergreifen. Dieses Instrument jedoch als ultima ratio einzusetzen, bleibt eine wichtige Richtlinie, um weitere Eskalationen zu vermeiden.

Der Konflikt verschärfte sich, nachdem Trump verkündete, Strafzölle auf deutsche und Waren aus sieben weiteren europäischen Ländern zu erheben. Diese Zölle sollen ab dem 1. Februar bei 10 Prozent beginnen und bis zum 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Die temporären Zölle sollen bestehen bleiben, bis ein umfassendes Kaufabkommen über Grönland zustande kommt. Hintergrund dieses Konflikts ist, dass die betroffenen Länder zuvor Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland ausgesandt hatten, was von der US-amerikanischen Regierung als Provokation gewertet wurde.

Die anstehende Versammlung wird als kritisch angesehen, da sie die zukünftige Handelsstrategie der EU im Umgang mit diplomatischem und wirtschaftlichem Druck demonstrieren könnte. Die Ergebnisse des Treffens könnten weitreichende Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen und internationale Handelsabkommen haben.