15. Mai, 2026

Wirtschaft

Gespaltene Ansichten bei der Fed: Inflationssorgen vs. Zuversicht im Rahmen der Geldpolitik

Gespaltene Ansichten bei der Fed: Inflationssorgen vs. Zuversicht im Rahmen der Geldpolitik

Die jüngsten Reden der Mitglieder des Gouverneursrats der US-Notenbank, Michelle Bowman und Lisa Cook, verdeutlichen die unterschiedlichen Perspektiven über den zukünftigen Kurs der amerikanischen Geldpolitik. Während sich die eine Seite weiterhin über hartnäckige Inflationsgefahren sorgt, hegt die andere Vertrauen in eine Entspannung der Preissituation.

Bowman, von Donald Trump auf ihren Posten berufen, äußerte bei einem Wirtschaftsforum in West Palm Beach Vorsicht angesichts einer seit Monaten stagnierenden Inflation. Sie plädiert dafür, die Zinssenkungen lediglich behutsam voranzutreiben, angesichts einer beweglichen, datenabhängigen Strategie, die der Fed Handlungsspielräume bei zukünftigen Entscheidungen belässt.

Ihrer Ansicht nach rechtfertigen Fortschritte im Kampf gegen die Inflation zwar leichtere Zinsen, aber sie steht großen Reduktionen skeptisch gegenüber, da diese das Risiko einer Rückkehr der Inflation bergen könnten.

Cook, 2022 von Präsident Joe Biden in den Gouverneursrat berufen, zeigte sich derweil optimistisch. Sie erwartet, dass die Preissteigerungen, derzeit hauptsächlich im Wohnungssektor beobachtet, zukünftig nachlassen werden. Auch wenn sie keine explizite Empfehlung für eine Zinssenkung abgab, prognostizierte Cook, dass die Inflation im kommenden Jahr auf etwa 2,2% sinken könnte – eine Marke, die knapp über dem angestrebten 2%-Ziel der Fed liegt.

Die wirtschaftlichen Aussichten und der kürzliche Wahlsieg Donald Trumps haben das Pendel der Zinserwartungen geschwungen, wobei Investoren die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember nur noch auf 55% beziffern.