15. März, 2026

Wirtschaft

Gerichtsurteil erschüttert Agrarchemie: Zulassung von Dicamba-Produkten aufgehoben

Gerichtsurteil erschüttert Agrarchemie: Zulassung von Dicamba-Produkten aufgehoben

In einem wegweisenden Urteil hat ein Bundesgericht in Arizona die Zulassung verschiedener Unkrautvernichter, die auf dem Wirkstoff Dicamba basieren, für ungültig erklärt. Das Gericht fand Verfahrensfehler der US-Umweltbehörde EPA im Genehmigungsprozess für die Herbizide Xtendimax von Bayer, Enginia von BASF und Tavium von Syngenta. Die Entscheidung, die am 6. Februar fiel, entzieht den Produkten die Betriebserlaubnis und stiftet Verunsicherung sowohl in der Agrarindustrie als auch unter Landwirten, die nun mit bereits gekauften Dicamba-resistenten Saatgütern konfrontiert sind.

Der JPMorgan-Analyst Richard Vosser deutet an, dass vor allem die Gewinnaussichten von Bayer für das Jahr 2025 unter dem Urteil leiden könnten. Derweil nimmt die EPA eine Prüfung des Gerichtsbeschlusses vor, dessen Ausgang noch aussteht. Die letzte Genehmigung von Dicamba durch die EPA im Jahr 2020 wurde trotz vorangegangener Kritik und Gerichtsanfechtungen für eine Dauer von fünf Jahren gewährt.

Die Dicamba-Kontroverse, aktuell wie damals, entzündet sich an der Problematik von Nebenwirkungen auf Nicht-Zielpflanzen, verursacht durch das Abdriften des Herbizids auf benachbarte Felder. Das Szenario, in dem Dicamba vom US-Markt genommen werden könnte, liegt nach Vosser durchaus im Bereich des Möglichen. Sollte die EPA allerdings zu einer erneuten Zulassung der Mittel kommen, müssten die Farmer mit Einschränkungen für die Saatsaison 2025 rechnen. Diese könnten Vossers Analyse zufolge einen Rückgang des EBITDA bei Bayer um etwa 230 Millionen Euro herbeiführen.

Mit einem Hauch von Ironie im Hintergrund könnte das aktuelle Gerichtsurteil als eine Art Déjà-vu-Ereignis betrachtet werden. Es erinnert an ähnliche juristische Streitigkeiten um Dicamba und Glyphosat, die in der Vergangenheit zu Verkaufsverboten führten. Sämtliche Akteure, darunter auch die Landwirte, sind nun darauf bedacht, die nächsten Schritte im Umgang mit diesem widerspenstigen Kapitel der Agrarchemiegeschichte zu planen.