17. Februar, 2026

Märkte

Geopolitische Deeskalation belastet Rüstungswerte – Experten mahnen zu Vorsicht bei Marktüberhitzung

Im Zuge der jüngsten Entspannungen in geopolitischen Spannungen ist es am Dienstag erneut zu einem Verkaufsdruck auf dem Markt für Rüstungsaktien gekommen. Insbesondere die Aktien von Rheinmetall, einem prominenten Mitglied des Deutschen Aktienindex (DAX), verzeichneten einen Rückgang um 2,4 Prozent. Dieser Rückgang ist auf die anhaltenden diplomatischen Gespräche in Genf zwischen der Ukraine und Russland sowie auf erneute Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen. Diese diplomatischen Hoffnungen auf eine friedliche Konfliktlösung belasten weiterhin die Stimmung in der Rüstungsbranche, die seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 eine dynamische Entwicklung erlebt hat.

Trotz der Möglichkeit eines Waffenstillstands, der nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung der Investitionen in die europäische Verteidigung führen würde, bleibt die Entschlossenheit Europas klar, die eigenen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Diese Haltung wurde auf der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz konkret zum Ausdruck gebracht, wo eine Verringerung der Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten als Schutzmacht diskutiert wurde.

Besonders betroffen von den Entwicklungen waren die Aktien des Verteidigungsunternehmens Hensoldt im MDax, die nach einer negativen Bewertung durch Analysten der Mediobanca um 4,5 Prozent abrutschten. Die Analysten sehen in den bereits eingerechneten Investitionszuwächsen in Deutschland eine Begrenzung des zukünftigen Aufwärtspotenzials. Während das Kursziel von 89 Euro theoretisch ein Wachstum anzeigt, deutet das "Underperform"-Rating von Analyst Alessandro Pozzi auf eine im Vergleich zur allgemeinen Branchenentwicklung schwächere Performance hin. Im Gegensatz dazu stufte Pozzi die Aktien von Rheinmetall, Leonardo und Indra Sistemas, die jetzt als "Outperform" bewertet wird, als attraktive Anlagemöglichkeiten ein.

Angesichts der global angespannten geopolitischen Situation, einschließlich der Entwicklungen in Ländern wie Venezuela und Grönland sowie einer zunehmend schärferen Rhetorik von US-Präsident Donald Trump gegenüber Europa, wurden weitere Anpassungen der Bewertungen vorgenommen. Infolgedessen wurden Fincantieri und BAE Systems nun mit neutralen Bewertungen versehen, was die Unsicherheiten in der Branche weiter verdeutlicht.