In Deutschland sehen sich zunehmend mehr mittelständische Unternehmen einer ungewissen Zukunft gegenüber, bedingt durch das Fehlen geeigneter Nachfolgeregelungen. Laut einer aktuellen Untersuchung des Mittelstand-Panels, das im Auftrag der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) regelmäßig durchgeführt wird, könnten bis zum Jahr 2029 jährlich bis zu 114.000 dieser Betriebe Gefahr laufen, ihre Geschäftstätigkeit einzustellen. Demgegenüber stehen lediglich 109.000 Unternehmen, die aktiv nach einer Nachfolgelösung suchen, um den Fortbestand zu sichern.
Diese besorgniserregende Entwicklung ist vornehmlich dem hohen Alter der Unternehmerinnen und Unternehmer zuzuschreiben. Die Studie zeigt, dass 57 Prozent der befragten Unternehmensleiter bereits 55 Jahre oder älter sind. Eine signifikante Anzahl dieser Entscheidungsträger hat keine konkreten Pläne, ihre Geschäftstätigkeit nach ihrem Ausscheiden fortführen zu lassen. Der Mangel an qualifizierten Nachfolge-Kandidaten und die Komplexität sowie der Umfang der bürokratischen Anforderungen bei der Geschäftsübernahme erweisen sich als entscheidende Hemmnisse in der Planung einer Nachfolgeregelung.
Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, hebt die Relevanz des Bürokratieabbaus hervor. Die Vereinfachung administrativer Prozesse könnte einen bedeutenden Impuls für neue Gründungen darstellen. Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich aktiv um ihre Nachfolge bemühen, zeigen darüber hinaus eine signifikant erhöhte Bereitschaft, in den Fortbestand und das Wachstum ihrer Unternehmen zu investieren.
Ein weiterer kritischer Aspekt, der ins Kalkül gezogen werden muss, ist die Einigung auf einen akzeptablen Kaufpreis, der alle involvierten Parteien zufriedenstellt. Die KfW-Studie beleuchtet, dass die Erwartungen an die Verkaufspreise für Unternehmensübergaben in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Der durchschnittlich erwartete Verkaufserlös liegt momentan bei rund 500.000 Euro, im Vergleich zu 372.000 Euro vor sechs Jahren. Diese Entwicklung verdeutlicht den wachsenden monetären Wert, der mittelständischen Unternehmen beigemessen wird, was die Komplexität in Nachfolgeverhandlungen zusätzlich erhöht.