06. Mai, 2026

Wirtschaft

General Motors zieht sich aus dem Robotaxi-Geschäft zurück

General Motors zieht sich aus dem Robotaxi-Geschäft zurück

General Motors hat angekündigt, sich aus dem verlustbringenden Robotaxi-Sektor zurückzuziehen und die finanzielle Unterstützung für seine autonome Fahrzeugtochter Cruise einzustellen. Stattdessen soll der Fokus auf die Entwicklung von halbautomatisierten Fahrerassistenzsystemen für Privatfahrzeuge gelegt werden, wie etwa das bereits existierende Super Cruise, das es Fahrern ermöglicht, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Der Rückzug aus dem Robotaxi-Geschäft erfolgt angesichts erheblicher zeitlicher und finanzieller Investitionen, die erforderlich wären, um das Geschäft auszubauen, sowie eines zunehmend umkämpften Marktumfelds. GM plant, die technischen Experten von Cruise mit dem eigenen Team zu vereinen, um gemeinsam an fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen zu arbeiten. Cruise wurde 2016 für über eine Milliarde Dollar von GM erworben, mit der Vision, eine profitable Robotaxi-Flotte zu entwickeln. Trotz Milliardeninvestitionen und einer schrittweisen Aufstockung auf 90% Anteil am Unternehmen verzeichnete die Tochterfirma kontinuierliche Verluste. Die Pläne, bis 2025 eine Milliarde Dollar Jahresumsatz zu generieren, wurden nach einem Vorfall mit einem autonomen Chevrolet Bolt, der in San Francisco in einen Unfall verwickelt war, zurückgenommen. Der Vorfall führte zu einem Lizenzentzug für den fahrerlosen Betrieb in Kalifornien und zu einem Wechsel in der Unternehmensführung sowie Entlassungen bei Cruise. GM-CEO Mary Barra erklärte, dass die neue Ausrichtung auf Systeme abzielt, die unter bestimmten Bedingungen eigenständig navigieren können. Die Firma strebt den Erwerb der restlichen Anteile an Cruise an, um sie vollständig zu übernehmen. Dieser Schritt markiert einen weiteren Rückzug aus der autonomen Fahrzeugbranche, die sich als komplexer herausstellt als zuvor angenommen. Ein ähnlicher Rückzug fand bereits bei Ford statt, als diese sich vor zwei Jahren mit Volkswagen von Argo AI verabschiedeten. Gleichzeitig treiben andere Unternehmen die Entwicklung autonomer Fahrzeuge voran. Alphabet's Waymo plant eine Ausweitung seines Robotaxi-Dienstes und kündigte an, seine fahrerlosen Fahrzeuge zukünftig in weiteren Städten zu testen und ein entgeltliches Angebot bis 2026 zu starten.