10. Mai, 2026

Wirtschaft

Führungswechsel bei Stellantis: Herausforderungen über den Rückspiegel hinaus

Führungswechsel bei Stellantis: Herausforderungen über den Rückspiegel hinaus

Die Aktien von Stellantis erlebten zu Wochenbeginn einen dramatischen Kursrutsch um bis zu 8,9% und markierten damit den tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Der überraschende Rücktritt von CEO Carlos Tavares am Sonntag hat die ohnehin angespannte Lage beim viertgrößten Automobilhersteller der Welt weiter verschärft. Der Abgang von Tavares reißt eine Lücke in das Management, das derzeit gezwungen ist, die Überkapazitäten und überfüllten Lagerbestände in den USA zu bewältigen. Zugleich bleibt die globale Autonachfrage zurückhaltend, während der Wettbewerb aus China zunimmt.

Für potenzielle Anleger ist die Volatilität im Management eine Herausforderung, so die Analysten von JPMorgan. Der neue CEO steht vor der schwierigen Aufgabe, eine Gruppe von 14 Marken, darunter bekannte Namen wie Jeep, Fiat, Ram, Maserati und Opel, wieder konkurrenzfähig zu machen. Die Preisgestaltung hat das Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa unter Druck gesetzt, was im September zu einer deutlichen Gewinnwarnung führte – ein Ereignis, das letztlich zum Rückzug von Tavares führte.

Stellantis plant, in der ersten Jahreshälfte 2025 einen Nachfolger zu finden. In der Zwischenzeit wird ein interimistisches Führungskomitee unter Vorsitz von John Elkann eingesetzt, das zügig einen neuen CEO bestimmen muss. Währenddessen drohen mögliche Handelskonflikte, die vom designierten US-Präsidenten Donald Trump angedeutet wurden, zusätzliche Herausforderungen.

Die Stellantis-Aktien fielen um 7,3% und steuerten damit auf ihren größten Tagesverlust seit Ende September zu. Der Aktienkurs hat seit Jahresbeginn bereits 45% nachgegeben, was das Unternehmen zum größten Verlierer unter den europäischen Konkurrenten machte, während der STOXX 600 Index für Autos und Autoteile um 2,2% fiel.

Im Hintergrund schwelt die Sorge der Investoren, dass die angekündigte Kapitalverbrennung von bis zu 10 Milliarden Euro die Dividenden- und Aktienrückkaufpläne beeinträchtigen könnte. Analysten betonen, dass Stellantis' Probleme tiefgreifend sind und nicht so schnell gelöst werden könnten. Der nächste CEO muss darüber hinaus prüfen, ob alle 14 Marken des Konzerns eine tragfähige Zukunft haben.

Jefferies-Analysten ziehen Parallelen zu den Herausforderungen von Volkswagen und stellen das globale Markenkonglomeratmodell in Frage.