14. März, 2026

Wirtschaft

Führungsetagen deutschen Familienunternehmens bleiben Männerdomänen

Führungsetagen deutschen Familienunternehmens bleiben Männerdomänen

Deutschlands traditionsreiche Familienunternehmen verharren in puncto Frauenanteil in den Top-Ebenen weit hinter den Erwartungen. Dies ergab die aktuelle Analyse der Allbright Stiftung, die sich mit der Repräsentation von Frauen in leitenden Positionen befasst. Während im März 2024 lediglich 12,6 Prozent der obersten Führungsebene in den 100 umsatzstärksten familiengeführten Betrieben von Frauen besetzt wurden, zeigt sich ein moderater Anstieg von vier Prozentpunkten gegenüber der letzten Erhebung vor zwei Jahren.

Obwohl dieser leichte Aufschwung zu verzeichnen ist, steht dieser Frauenanteil im krassen Widerspruch zu den 160 Dax-Unternehmen, bei denen die Frauenquote in Führungspositionen durchschnittlich bei 19 Prozent liegt. Selbst bei Dax-Schwergewichten beträgt der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder mit 23,7 Prozent beinahe das Doppelte im Vergleich zu den Familienbetrieben. Die Eigentümer der großen Familienunternehmen scheinen erst in der jüngsten Vergangenheit Geschlechtervielfalt und Chancengleichheit eine strategische Priorität beizumessen – eine Entwicklung, die in börsennotierten Firmen bereits seit Jahren voranschreitet.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Erhöhung der Unternehmens-Transparenz und die Mitwirkung externer Berater positiv zu einer gesteigerten Frauenquote in der Geschäftsleitung beitragen. Bei börsennotierten Familienunternehmen, darunter Volkswagen, Henkel und Merck, ist der Frauenanteil in der Führungsetage mit 19,6 Prozent nahezu doppelt so hoch wie bei den nicht an der Börse gelisteten Firmen. Dennoch gibt es knapp die Hälfte der untersuchten Unternehmen, in denen mindestens eine Frau in der Geschäftsleitung zu finden ist. Die Untersuchung identifiziert jedoch auch Geschäftsleitungsteams ohne weibliche Beteiligung, darunter Fressnapf, Schwarz Gruppe und Diehl, wo die Leitungsposten nach wie vor in erster Linie männlich besetzt sind.

Die Allbright Stiftung beobachtet zudem eine mangelnde Diversität innerhalb der Geschäftsleitungen: Ein Großteil der Mitglieder ist männlich, in Deutschland geboren und trägt häufig traditionelle deutsche Namen – beispielsweise ist jeder fünfzehnte Geschäftsführer mit dem Namen Stefan vertreten. Der antizipierte Generationenwechsel in vielen Unternehmerfamilien bietet laut den Geschäftsführern der Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg, die Möglichkeit, eine deutlich diversere Führungsetage zu schaffen.

Die Allbright Stiftung, eine deutsch-schwedische Organisation, setzt sich entschlossen für mehr Frauen und diversere Besetzungen in Führungsgremien der Wirtschaft ein.