16. Januar, 2026

Politik

Friedrich Merz und das Arbeitszeitgesetz: Viele Anregungen, geringe Umsetzungserfolge

Friedrich Merz, ein prominenter Fürsprecher ökonomischer Reformen, hat jüngst erneut die Aufmerksamkeit auf das Thema Arbeitszeitgesetzgebung in Deutschland gelenkt. Der CDU-Vorsitzende argumentiert, dass die bestehende Bürokratie das Wachstum und die Flexibilität von Unternehmen signifikant hemmt. Infolgedessen setzt er sich nachdrücklich dafür ein, dass die Tarifvertragsparteien mehr Spielraum erhalten, um eigenverantwortlich über die Gestaltung der Arbeitszeiten entscheiden zu können.

Besonders im internationalen Kontext gewinnen die Aussagen von Merz an Bedeutung: Die Arbeitszeiten in Deutschland gehören zu den kürzesten weltweit. Während diese Restriktionen laut Merz die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen, plädiert er für eine umfassende Entbürokratisierung sowie für eine pragmatische Anpassung der Arbeitsgesetze.

Auf einem Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle sprach Merz mit bemerkenswerter Klarheit und schlug sogar die drastische Maßnahme vor, das bestehende Arbeitszeitgesetz abzuschaffen. Trotz seines selbstbewussten Auftretens und einer rhetorisch ansprechenden Führungsstärke haben seine Vorschläge bisher keine wesentlichen politischen Aktionen zur Folge gehabt. Es stellt sich die Frage, inwieweit seine Aufrufe ein tatsächliches Veränderungspotential bergen, oder ob sie lediglich als politische Rhetorik verblassen.

Besonders auffallend ist, dass selbst die im aktuellen Koalitionsvertrag verankerte Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit nicht mit der nötigen Entschlossenheit verfolgt wird. Dieses zögerliche Vorgehen verdeutlicht die Diskrepanz zwischen den ambitionierten Forderungen und der Realität politischer Umsetzung. Der dringende Bedarf an konkreten Handlungen und umfassenden Reformen bleibt daher bestehen und fordert weiterhin Aufmerksamkeit und Engagement von politischer Seite.