In der malerischen Kulisse des Berges Bürgenstock, wo sich einst Staatsmänner trafikten, findet am 15. und 16. Juni ein Friedensgipfel zur Beendigung des Krieges in der Ukraine statt, jedoch zeichnet sich ein markantes Defizit ab: Russland wird nicht teilnehmen. Dies bestätigte die russische Botschaft in Bern mit dem Hinweis, bislang keine Einladung erhalten zu haben. Doch selbst bei einer Einladung, so die Botschaft, würde die russische Seite nicht zusagen – ein Gipfel ohne russische Stimme schrumpfe zu "fruchtlosen Konsultationen".
Die Verweigerung Moskaus scheint in der Einseitigkeit des verhandelbaren Friedensplans begründet zu liegen, der nach Angaben der russischen Botschaft lediglich die Interessen der Ukraine spiegelt. Präsident Selenskyj fordert in diesem eine bedingungslose Rückkehr der russischen Truppen von ukrainischem Gebiet, einschließlich der seit 2014 annektierten Krim. Dem gegenüber stehen unerhörte russische Gebietsansprüche und ein Kurs, welcher nationale Sicherheitsinteressen in den Vordergrund rückt.
Nichtsdestoweniger betont der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis, dass der Gipfel nicht auf den ukrainischen Vorschlag beschränkt sei, sondern auch Beiträge anderer Nationen wie China, welches eingeladen wurde, berücksichtigen solle. Ob China an dem Gipfel teilnehmen wird, steht derzeit noch aus.
Parallel dazu verkündet Selenskyj in seiner regelmäßigen Videobotschaft signifikante Fortschritte in der Raketenproduktion der Ukraine, wobei Serienfertigung und Entwicklung neuer Modelle auf Hochtouren laufen. Angesichts der Erfordernis, militärische Leistungen in Siege zu transformieren, verweist er auf die entstandene Dringlichkeit von Drohnen und Raketen im seit zwei Jahren andauernden Krieg.
Die Konsequenzen des Konflikts bleiben indes unweigerlich gravierend: Raketenangriffe in Odessa fordern mindestens vier Menschenleben, darunter ein zehnjähriges Mädchen, und stoßen 14 weitere in ein Martyrium aus Verletzungen und Schmerz. Auf der anderen Seite beklagt Kursk, eine westrussische Region, Todesfälle durch einen ukrainischen Drohnenangriff. Die Situation deckt eine beängstigende Realität auf – während russische Angriffe die Ukraine schwer treffen, werden auch russische Grenzregionen immer häufiger von ukrainischem Beschuss gezeichnet.