10. Mai, 2026

Wirtschaft

Frauenpower in der Formel 1: Eine neue Ära des Motorsports

Frauenpower in der Formel 1: Eine neue Ära des Motorsports

Susie Wolff, Geschäftsführerin der F1 Academy und ehemalige Rennfahrerin, ist eine zentrale Figur im Bestreben, mehr Frauen in den Motorsport zu integrieren. Die F1 Academy, eine rein weibliche Rennserie, wurde letztes Jahr ins Leben gerufen, um Fahrerinnen für höhere Ebenen des Rennsports zu fördern. Wolff beobachtet, dass Frauen nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch als wirtschaftliche Kräfte im Sport zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der Motorsport zieht nun vermehrt Frauen an, ein Bereich, der traditionell von Männern dominiert wurde. Laut Nielsen Sports hat die Formel 1 in diesem Jahr weltweit über 300 Millionen weibliche Fans gewonnen. Bis 2029 wird prognostiziert, dass Frauen 75 Prozent der globalen Ausgaben für Luxusgüter kontrollieren werden. Für Marken und Sponsoren ergibt sich daraus eine attraktive Chance in einem weitgehend unerschlossenen Markt.

Diese demografische Veränderung ist besonders bei den 18- bis 25-jährigen Frauen bemerkbar, die neue Impulse in den Sport bringen. Trotz eines Abschwungs im Luxussegment sind prominente Marken weiterhin präsent: Seit 2018 stattet der amerikanische Designer Tommy Hilfiger das Mercedes AMG Petronas F1 Team mit Kleidung aus. Auch Puma, PacSun, Reiss und Abercrombie & Fitch haben Kollektionen in Kooperation mit der Formel 1 herausgebracht. Ab dem nächsten Jahr wird der Luxuskonzern LVMH diese Allianz durch einen Vertrag über ein Jahrzehnt fortführen.

Insbesondere unabhängige Initiativen wie die von Kate Byrne und Nicole Sievers – Gründerinnen des Podcasts und der Online-Community „Two Girls 1 Formula“ – zeigen, dass das Interesse an Formel-1-Merchandise wächst. Sie haben über 100.000 Dollar Umsatz mit eigens entworfenem F1-Merchandise erzielt, da das offizielle Angebot häufig unzureichend war.

Dennoch bleibt Kritik: Helena Hicks, Gründerin von „Females in Motorsport“, bemängelt, dass viel Merchandise nach wie vor stark auf Männer ausgerichtet ist. Puma setzt hingegen auf Innovation mit einer unisex Kollektion in Zusammenarbeit mit dem Rapper A$AP Rocky, die zahlreiche Fans anspricht.

Auch in der Kosmetikbranche tut sich etwas: Im Juli kooperierte Rimmel mit F1 Arcade, um Produkte gezielt zu vermarkten. Dies folgt auf eine Partnerschaft zwischen der F1 Academy und dem Beauty-Label Charlotte Tilbury im Februar. Diese Entwicklungen verdeutlichen Wolffs Vision, die Motorsport-Branche neu zu gestalten, wobei sie auf weitere „Traumpartner“ in Zukunft setzt.

Trotz dieser fortschrittlichen Partnerschaften bleibt ein großer Teil der kommerziellen Potenziale der weiblichen F1-Fans ungenutzt. Die Sportart könnte durch eine breitere Zielgruppenansprache und das Ergreifen innovativer Marketingansätze weiter wachsen.

Wolff und Hicks betonen die Bedeutung von Marken, die für die Werte ihrer Konsumenten eintreten, während einige Unternehmen wie Anastasia Beverly Hills und e.l.f. bereits weibliche Fahrerinnen sponsern. Letztlich müssen Unternehmen den Input von weiblichen Fans ernst nehmen und die Erfahrungen von Frauen im Motorsport verbessern, um das volle Potenzial dieser wachsenden Zielgruppe auszuschöpfen.