15. März, 2026

Wirtschaft

Frauen verdienen in Deutschland immer noch weniger als Männer

Frauen verdienen in Deutschland immer noch weniger als Männer

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern am deutschen Arbeitsmarkt ist im vergangenen Jahr nicht kleiner geworden. Das Statistische Bundesamt berichtete, dass Frauen in Deutschland pro Stunde im Durchschnitt 20,84 Euro verdienen und damit rund 18 Prozent weniger als Männer.

Diese "unbereinigte Gender Pay Gap" betrug auch im Vorjahr 18 Prozent. Obwohl sich der geschlechterspezifische Verdienstunterschied über die Jahre etwas verringert hat - im Jahr 2006 betrug er noch 23 Prozent - besteht nach wie vor eine deutliche Kluft.

Knapp zwei Drittel dieser Lohnlücke werden vom Statistikamt durch höhere Teilzeitquoten und geringere Gehälter in typischen Frauenberufen erklärt. Dennoch bleibt eine bereinigte Lücke (bereinigter Gender-Pay-Gap) von rund 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns unerklärt.

Auch Frauen, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben, über eine ähnliche Qualifikation verfügen und eine ähnliche Erwerbsbiografie vorweisen können, verdienen somit immer noch 6 Prozent weniger als Männer. Die Behörde vermutet, dass Erwerbsunterbrechungen wie Schwangerschaften, Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen eine Rolle spielen könnten, aber nicht explizit erfasst wurden.

Die Statistik zeigt auch, dass die Bruttostundenverdienste ab dem 30. Lebensjahr stärker auseinandergehen. In dieser Altersgruppe bekommen viele Frauen Kinder und unterbrechen ihre Karriere. Während die Stundenlöhne im weiteren Berufsleben bei Frauen nahezu stagnieren, steigen sie bei Männern weiterhin regelmäßig an. Bei 30-Jährigen beträgt die unbereinigte Lohnlücke etwa 8 Prozent und bei Beschäftigten zwischen 57 und 61 Jahren sogar 27 Prozent.