Als Frédéric Vasseur im Januar des vergangenen Jahres das Steuer der Scuderia Ferrari in der Formel 1 übernahm, wartete auf den Franzosen eine Herausforderung von besonderer Tragweite. Nicht nur, dass die Leitung eines der prestigeträchtigsten Teams im Motorsport an sich schon eine gewichtige Aufgabe darstellt – als erster Nicht-Italiener seit Jean Todt, der bis 2007 am Ruder war, stand der Teamchef vor der zusätzlichen Aufgabe, das Vertrauen der leidenschaftlichen Ferrari-Anhängerschaft, der Tifosi, zu gewinnen.
Trotz anfänglicher Zweifel der Fans, zu sehen in der Netflix Dokumentation "Formula 1: Drive to Survive", hat Vasseur das Team zu neuen Erfolgen geführt. Kritische Stimmen bezweifelten seine Fähigkeiten aufgrund seiner Herkunft und des fehlenden Italienischen, was für viele zum Familiencharakter Ferraris beiträgt. Doch Vasseur ließ sich nicht beirren und führt nun das Team als Zweiten im Konstrukteurstitel an.
Im Vorjahr unter Leitung von Mattia Binotto holte Ferrari den zweiten Platz im Konstrukteurswettbewerb, und der Fahrer Charles Leclerc konnte sich als Vize-Weltmeister behaupten. Unter Vasseurs Ägide erreichte das Team den dritten Platz, wobei Leclerc den fünften und sein Teamkollege Carlos Sainz den siebten Platz in der Fahrerwertung einnahmen.
Der Teamchef zeigt sich unbeeindruckt von der anfänglichen Skepsis und betont die positive Stimmung rund um das Team: Morgen wie abends begegnen ihm enthusiastische Fans mit aufmunternden Rufen und keinerlei negativen Äußerungen, so seine Erfahrung. Mit "Allez" statt "Forza" feuern sie den Franzosen an der Spitze der italienischen Legende an, was wohl als ein Zeichen für die wachsende Akzeptanz Vasseurs gewertet werden mag.