21. Januar, 2026

Wirtschaft

Fortschritt oder Stillstand? Der DGB zwischen Forderungen und Strategien

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rückt verstärkt in den Fokus der öffentlichen Diskussionen, insbesondere im Hinblick auf die Anpassungen des Arbeitszeitgesetzes und die strukturellen Erfordernisse des Landes. Im Rahmen der Jahrespressekonferenz vermittelte die DGB-Vorsitzende ihre Ansichten zur zukünftigen Gestaltung im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Dabei betonte sie die Notwendigkeit eines umfangreichen, kreditbasierten Sonderetats in Höhe von 500 Milliarden Euro, um sowohl die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern als auch die Klimaneutralität Deutschlands zu fördern.

Obwohl die Proteste in diesem Jahr bislang eher moderat ausfielen, kündigte die Vorsitzende an, vermehrt Appelle an den Staat zu richten, um die erforderlichen Mittel für Investitionen in die Zukunft bereitzustellen. Dabei sieht der DGB die Dringlichkeit, „klare Prioritäten“ zu setzen, um den sozialen und ökologischen Wandel voranzutreiben. Neben diesen monetären Forderungen plant der Gewerkschaftsbund die Initiierung einer Rentenkommission. Diese soll alternative Konzepte zur Sicherung der Altersvorsorge entwickeln, die vom bisherigen Ansatz der Krisen- und Verzichtsstrategien abweichen.

Trotz dieser weitreichenden Pläne gibt es Kritiker, die diesen Vorstoß als eine eher vorsichtige taktische Ausrichtung interpretieren, anstatt als explizite Mobilisierung für grundlegende Reformen. Die entscheidende Frage bleibt, ob der DGB mit diesen Maßnahmen das Ruder in der Sozial- und Wirtschaftspolitik tatsächlich herumreißen kann oder ob er weiterhin eine eher defensive Position einnimmt. Die nähere Zukunft wird zeigen, ob die vorgeschlagenen Strategien die erhoffte Wende herbeiführen oder ob sie lediglich eine Fortführung der bisherigen Politik darstellen.