08. März, 2026

Wirtschaft

Fortschreitende Tarifkonflikte bei NRW-Nahverkehrsbetrieben – Verdi droht mit Streikwelle

Fortschreitende Tarifkonflikte bei NRW-Nahverkehrsbetrieben – Verdi droht mit Streikwelle

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen stehen unter keiner guten Sterne. Obwohl der kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) sein Angebot aufgebessert hat, droht die Gewerkschaft Verdi weiterhin mit Streikmaßnahmen, die das gesamte Bundesland lähmen könnten. Die Forderungen nach zusätzlichen Entlastungstagen bleiben ein zentraler Streitpunkt zwischen den Parteien. So verlangt Verdi nun sechs zusätzliche freie Tage für die rund 30.000 Beschäftigten. Demgegenüber hat die Arbeitgeberseite bis zu vier weitere freie Tage für ausgewählte Beschäftigtengruppen angeboten. Darüber hinaus sollen Mitarbeiter, die extra Schichten übernehmen, mit einem Zehn-Prozent-Zuschlag rechnen können, während auch an weiteren Verbesserungen gearbeitet wird.

Die KAV NW hat auf die bereits erfolgte Gehaltserhöhung zum 1. März hingewiesen, die angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nahverkehrsunternehmen und der begrenzten Personalkapazitäten bereits bemerkenswert sei. Sie befürchtet, dass ein Nachgeben bei der geforderten Anzahl an freien Tagen den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in seiner Leistung und Verfügbarkeit stark beeinträchtigen könnte.

Auf der anderen Seite zeigt sich Verdi verhandlungsbereit, aber entschlossen. Peter Büddicker, Verdi-NRW-Nahverkehrsexperte, drängt auf eine Antwort zum Verhandlungsvorschlag, der bereits im März unterbreitet wurde. Nachdem Verdi die Verhandlungen im März für gescheitert erklärte, wurde eine Urabstimmung über unbefristete Streiks durchgeführt, die 97 Prozent Zustimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern fand. Mit der Ankündigung von sogenannten Erzwingungsstreiks, sollen nun die Verkehrsunternehmen unter Druck gesetzt werden, wobei auch mit Einschränkungen für Fahrgäste zu rechnen ist.

Die Streiks richten sich insbesondere gegen die kommunalen Verkehrsbetriebe, die bereits in den vorangegangenen Monaten durch Warnstreiks beeinträchtigt waren. Einzelne öffentliche Verkehrsunternehmen wie die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Düsseldorfer Rheinbahn, Dortmunder Stadtwerke-Tochter DSW21 oder die Stadtwerke Münster mussten massive Einschränkungen hinnehmen, während andere wie das Aachener Unternehmen Aseag nicht betroffen waren.