14. März, 2026

Politik

Finanzierungsdebakel bei Hochgeschwindigkeitsprojekt: HS2 benötigt Staatsgelder für Londoner Tunnelbau

Finanzierungsdebakel bei Hochgeschwindigkeitsprojekt: HS2 benötigt Staatsgelder für Londoner Tunnelbau

Die britische Labour Party fordert Aufklärung bezüglich der angekündigten Freigabe von 1 Milliarde Pfund Steuergeldern für den Bau eines Tunnels unter London durch High Speed 2 (HS2). Dieser Plan stünde in starkem Kontrast zu vorherigen Zusicherungen, dass Private die Kosten für den Anschluss der neuen Bahnlinie an den geplanten Endbahnhof Euston tragen sollten.

Louise Haigh, Verkehrsexpertin der Opposition, hat ein Schreiben an Verkehrsminister Mark Harper gerichtet. Darin fordert sie ihn auf darzulegen, aus welchen Mitteln die Finanzierung stamme und ob dadurch andere geplante Infrastrukturmaßnahmen im Transportwesen beeinträchtigt würden.

Diese Aufforderung folgt einem Bericht der Financial Times, nach dem HS2, das staatseigene Unternehmen hinter dem umstrittenen Eisenbahnprojekt, bald den Auftrag erhalten wird, einen 4,5 Meilen langen Tunnel unter der Hauptstadt zu bohren. Minister sollen mehr als 1 Milliarde Pfund bereitstellen, um die Arbeiten zu beginnen.

Die Freigabe dieser Gelder würde die Zweifel, ob das Projekt seinen zentralen Knotenpunkt am Bahnhof Euston erreichen wird, beilegen. Gleichzeitig wirft sie Fragen nach der Einhaltung des Versprechens von Premierminister Rishi Sunak auf, wonach die gesamten Kosten von 6,5 Milliarden Pfund für die Verbindung von Old Oak Common im Westen Londons zum Euston Bahnhof von der Privatwirtschaft getragen werden sollten.

Dieses Versprechen gab Sunak im letzten Jahr ab, als er zugleich Teile der geplanten HS2-Nordstrecke aufgrund massiver Budgetüberschreitungen strich. Damit reduzierte er ein Projekt, das ursprünglich als wichtige Verbindungslinie zwischen Nord und Süd des Landes geplant war, auf eine Verbindung zwischen London und den Midlands.

Haigh verlangt in ihrem Brief auch Transparenz bezüglich der staatlichen Subventionierung anderer Teile des HS2-Projekts bei Euston. Zudem sucht sie detaillierte Informationen zur geplanten Neustrukturierung des Euston-Areals im Londoner Bezirk Camden, einschließlich Fragen zur Anzahl der neu zu errichtenden Wohnungen.

Dabei beruft sich Haigh auf einen Bericht des National Audit Office, welcher die Regierung letztes Jahr für die geschaffene Unsicherheit und die damit verbundenen zusätzlichen Kosten kritisierte. Der Bereich rund um Euston sei bereits weitgehend abgerissen, trotz fehlender übereinstimmender Pläne für den neuen Bahnhof.

Der Vorsitzende der National Infrastructure Commission, Sir John Armitt, hatte letztes Jahr darauf hingewiesen, dass die Regierung bereit sein müsse, die grundlegenden Tiefbauarbeiten der letzten Projektmeilen zu finanzieren. Im Gegensatz dazu behauptete Harper im Dezember, dass die Finanzierung durch Privatunternehmen problemlos möglich sei.

Haigh nimmt an, dass der Premierminister wusste, dass ein ausschließlich privat finanziertes Euston-Projekt nicht realisierbar sei, aber trotzdem fest an seinem Versprechen festhielt. Dies habe die Öffentlichkeit irregeführt und zu weiteren signifikanten Verzögerungen und möglichen zusätzlichen Kosten geführt. Die Regierung hat bislang keine Stellungnahme zu Haighs Anfrage abgegeben, allerdings deuteten Beamte gegenüber der Financial Times an, dass auch bei einer staatlichen Investition von mehr als 1 Milliarde Pfund für den Tunnelbau, diese Kosten möglicherweise durch spätere Abgaben auf die privaten Entwickler des Areals um Euston wieder eingespielt werden könnten.