Neue Swap-ETFs attackieren die Preisstruktur am Markt aggressiv
Blackrock erweitert sein europäisches Produktangebot massiv und bricht mit alten Prinzipien. Mit dem iShares MSCI ACWI Swap ETF (ISIN: IE000CYC2B65) und dem iShares MSCI EM Swap ETF (ISIN: IE000S3N6R34) lanciert der Gigant zwei synthetische Schwergewichte, die ab sofort an der Euronext Amsterdam handelbar sind.

Die Kostenquote (TER) liegt bei kampflustigen 0,12 beziehungsweise 0,14 Prozent pro Jahr. Dies ist eine klare Ansage an die Konkurrenz und das eigene Haus: Die neuen Produkte bieten eine Kostenersparnis von acht beziehungsweise vier Basispunkten gegenüber den etablierten physischen Varianten.
Die synthetische Replikation bietet signifikante steuerliche Vorteile für Anleger
Statt des direkten Wertpapierkaufs setzen diese Vehikel auf Derivate, um die Indexrendite abzubilden. Dies umgeht regulatorische Hürden und Transaktionskosten, die besonders in Schwellenländern die Performance oft negativ beeinflussen. Die Nachbildungsgenauigkeit wird durch diesen Mechanismus präzisiert.
Ein entscheidender Vorteil für Investoren im MSCI ACWI Swap ETF ist die steuerliche Behandlung von US-Dividenden. Bei dieser Struktur wird keine Quellensteuer abgezogen, was die Nettorendite für den Endanleger direkt erhöht.
„Bei der Swap-Struktur trägt die Gegenpartei einen Großteil dieser Belastungen“, so die Analyse von Blackrock.
Larry Fink vollzieht eine bemerkenswerte Kehrtwende in der Unternehmenshistorie
Der strategische Schwenk ist aus historischer Sicht brisant. Blackrock-CEO Larry Fink hatte synthetische ETFs in der Vergangenheit öffentlich kritisiert und strikt abgelehnt. Diese Position scheint nun obsolet.
Mit den beiden Neuauflagen wächst das Portfolio an Swap-ETFs des weltgrößten Vermögensverwalters in Europa auf mittlerweile acht Produkte an. Die ideologischen Vorbehalte der Vergangenheit müssen der Markteffizienz und der Nachfrage nach steueroptimierten Produkten weichen.


