17. April, 2026

Politik

Feuerpause im Gaza-Krieg: Hamas übergibt weitere Geiseln an das Rote Kreuz

Feuerpause im Gaza-Krieg: Hamas übergibt weitere Geiseln an das Rote Kreuz

Die islamistische Hamas hat im Rahmen der Feuerpause im Gaza-Krieg eine weitere Gruppe von Geiseln dem Roten Kreuz übergeben. Die israelische Armee teilte mit, dass es sich dabei um zehn Israelis sowie zwei Ausländer handelt. Im Gegenzug sollen 30 weitere palästinensische Häftlinge entlassen werden. Es war bereits die fünfte Gruppe von Geiseln, die seit Beginn der Feuerpause am Freitag freikam. Unter den Freigelassenen waren viele ältere Frauen sowie ein Mädchen mit ihrem entführten Hund. Die Angehörigen der bereits zuvor freigekommenen deutsch-israelischen Geiseln äußerten sich zum Zustand ihrer Familienmitglieder. Die Terroristen hatten am 7. Oktober rund 20 Menschen, die auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, von Israel in den Gazastreifen verschleppt. Die zunächst viertägige Feuerpause wurde angesichts der bisherigen Bedingungen um weitere zwei Tage verlängert und könnte somit bis Donnerstagmorgen dauern. Eine erneute Verlängerung ist noch ungewiss, doch es gibt Bemühungen um eine Ausweitung. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben sich die Chefs des US-amerikanischen Geheimdiensts CIA und des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad am Dienstag zu Gesprächen mit dem katarischen Ministerpräsidenten in Doha getroffen. Die Feuerpause ist jedoch gefährdet, wie ein Schusswechsel zwischen Israel und der Hamas im nördlichen Gazastreifen am Dienstag zeigte. Nach Angaben der israelischen Armee wurden mehrere Soldaten beschossen und leicht verletzt. Die israelischen Soldaten erwiderten das Feuer und es explodierten drei Sprengsätze. Damit wurde der Rahmen der Waffenruhe verletzt. Die Hamas bestätigte die Konfrontation mit der israelischen Armee und warf Israel ihrerseits eine Verletzung der Waffenruhe vor. Die Terrororganisation betonte jedoch, weiterhin an die Vereinbarung gebunden zu sein, solange auch Israel sich daran halten würde. In Doha fanden Gespräche zwischen CIA-Direktor William Burns, Mossad-Chef David Barnea und dem katarischen Ministerpräsidenten Abdulrahman Al Thani statt, bei denen es um die Ausweitung der Bemühungen zur Feuerpause ging. Auch die nächsten Phasen eines möglichen Abkommens waren Thema des Treffens, an dem auch ägyptische Vertreter teilnahmen. Katar und Ägypten haben in den letzten Wochen zwischen Israel und der Hamas vermittelt, wobei Katar sehr gute Verbindungen zur Hamas hat. Seit Beginn der Feuerpause wurden bis Dienstagabend 69 der rund 240 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigelassen. 51 von ihnen sind Israelis, von denen zehn auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Im Gegenzug wurden 150 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen. Der katarische Vermittler konnte keine genauen Angaben zur Anzahl der verbleibenden Geiseln machen. Das Emirat bemüht sich jedoch weiter um eine Verlängerung der Feuerpause und strebt einen dauerhaften Waffenstillstand an. Die Familie der deutsch-israelischen Geiseln, die freigekommen sind, versucht nun, wieder ins Leben zurückzufinden. Nach Aussage von Angehörigen ist dies ein langer Prozess, da sie traumatische Erfahrungen gemacht haben. Über die Bedingungen und Erlebnisse während ihrer Geiselhaft dürfen die Angehörigen jedoch nicht sprechen. Die Hamas rief für Mittwoch zu weltweiten Protesten und Solidaritätsmärschen mit den Menschen im Gazastreifen auf. Sie warf Israel unter anderem Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg vor, der am 7. Oktober begonnen hatte.