In einer aufsehenerregenden juristischen Auseinandersetzung hat der mexikanische Backwarenriese Grupo Bimbo eine Klage gegen Maple Leaf Foods sowie ehemalige Führungskräfte des Unternehmens eingereicht. Der Vorwurf: angeblich betrügerische und fahrlässige Falschdarstellungen im Zuge des Verkaufs von Canada Bread im Jahr 2014. Im Raum steht eine Forderung von über 2 Milliarden kanadischen Dollar (rund 1,4 Milliarden US-Dollar).
Grupo Bimbo, das den Großteil von Canada Bread im Jahr 2014 von Maple Leaf Foods erwarb, behauptet, dass Maple Leaf Foods – damals mit einem 90-prozentigen Anteil an Canada Bread führend bei den Verhandlungen – nicht offengelegt habe, dass das Unternehmen in ein weitreichendes Preisabsprachen-System verwickelt war. Diese Behauptungen kommen im Zuge einer ohnehin schon bestehenden Untersuchung des kanadischen Wettbewerbsbüros, das der kommerziellen Brotindustrie unlautere Praktiken nachsagt.
Michael McCain, der Vorstandsvorsitzende von Maple Leaf Foods, wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einer energischen Stellungnahme bezeichnete er die Klage als „Missbrauch des gerichtlichen Verfahrens“, ohne jegliches Fundament. Er konterte, Grupo Bimbo lenke von seinem eigenen Missmanagement ab.
Der Konflikt eskaliert weiter, seit Maple Leaf Foods im November selbst eine Verleumdungsklage über 200 Millionen kanadische Dollar gegen Grupo Bimbo und Canada Bread eingereicht hat. Die Anschuldigungen der Gegenseite beinhalten Verleumdung, Wettbewerbsverletzungen und Verschwörungen im Zusammenhang mit dem Brot-Preisabsprachen-Skandal.
Diese jüngsten Auseinandersetzungen sind der vorläufige Höhepunkt einer seit fast zehn Jahren schwelenden Kontroverse in der kanadischen Brotindustrie, die bereits erhebliche Sanktionen nach sich gezogen hat.