In der festlichen Zeit müssen sich viele Beschäftigte in Deutschland auf Arbeit an Heiligabend und den Weihnachtstagen einstellen. Eine umfangreiche Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass fast zehn Prozent der Erwerbstätigen auch am Nachmittag des 24. Dezembers ihren beruflichen Pflichten nachgehen müssen. Am Vormittag liegt die Quote sogar bei 22 Prozent. Grundlage der Erkenntnisse sind eine Umfrage unter 7.100 Personen und die Analyse von 95 Tarifverträgen durch das WSI-Institut der Stiftung.
Für viele Beschäftigte gibt es Trost im monetären Bereich: Über die Hälfte der Arbeitnehmer erhält an Heiligabend einen zusätzlichen Lohn, der zum Weihnachtsfest hin sogar für rund 70 Prozent Sprünge macht. Dies ist häufig durch Tarifverträge festgelegt, die neben höheren Vergütungen auch Freistellungen vorsehen. Es sei jedoch daran erinnert, dass weder Heiligabend noch Silvester als gesetzliche Feiertage gelten, was jedoch durch zusätzliche Vergütungen, die je nach Branche zwischen 50 und 200 Prozent des Tageslohns variieren können, ausgeglichen wird.
Besonders erfreulich ist die Lage für Mitarbeiter zahlreicher Unternehmen, wie etwa im Bauhauptgewerbe, bei Versicherungen, der Deutschen Telekom oder bei Volkswagen. Dort sind entweder bezahlte Freistellungen oder zumindest halbe freie Tage vorgesehen. Allerdings bleibt der Arbeitsplatzdruck in bestimmten Branchen unvermindert hoch. Am 25. und 26. Dezember ist im Gastgewerbe mit über 30 Prozent Arbeitseinsatz zu rechnen, ebenso wie in den Bereichen Verkehr, Handel sowie im Gesundheits- und Sozialdienstleistungssektor, die proportional gesehen mehr Beschäftigte über die Feiertage im Dienst haben.