05. Mai, 2026

Wirtschaft

Fed vor Zinsentscheid: Risiko eines vermeintlichen Fehltritts?

Fed vor Zinsentscheid: Risiko eines vermeintlichen Fehltritts?

Anleger weltweit erwarten nahezu einstimmig eine Zinssenkung der Fed bei ihrem Treffen in der kommenden Woche. Doch gleichzeitig wachsen die Befürchtungen, dass die Zentralbank einen Fehler begehen könnte, indem sie die Geldpolitik lockert, während die Inflation wieder an Fahrt gewinnt. Ehemalige Fed-Vertreter haben angeregt, dass die Zentralbank den aktuellen Zyklus der Zinssenkungen in diesem Monat pausieren sollte, auch wenn der Markt sich eine Fortsetzung der Lockerung wünscht. Richard Fisher, früherer Präsident der Dallas Fed, erklärte, er sehe keinen Grund für eine Zinssenkung beim kommenden Treffen des Federal Open Market Committee, da die Inflation klar über dem 2%-Ziel der Fed liege. Laut dem aktuellen Verbraucherpreisindex stiegen die Preise im November um 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr, ein Anstieg gegenüber dem Vormonat mit 2,6 %. Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, mit einem geschätzten BIP-Wachstum von 3,3 % im vierten Quartal, wie der GDPNow-Tracker der Atlanta Fed meldet. Auch der Arbeitsmarkt präsentiert sich stark, nachdem im November mehr als die erwarteten 227.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Fisher bemerkte dazu, dass die finanziellen Bedingungen aktuell sehr förderlich seien, mit reichlich vorhandenem Privatkapital und privater Kreditvergabe. Weitere Sorgen äußerte Frederic Mishkin, früheres Mitglied des Fed-Gouverneursrats, der davor warnte, dass Zinssenkungen bei nach wie vor hoher Inflation eine gefährliche Konstellation für die Wirtschaft bedeuten könnten. Er betonte die Notwendigkeit, einen stabilen nominalen Anker zu sichern, um negative Erwartungsdynamiken zu vermeiden. Ökonomen warnen, dass eine zu voreilige Zinssenkung das Risiko birgt, die Inflation erneut anzuheizen und die Inflationserwartungen aus den Fugen geraten zu lassen – ein Szenario, das schlimmstenfalls zu Stagflation führen könnte. Darrell Cronk, Chief Investment Officer von Wells Fargos Vermögens- und Investmentabteilung, bezeichnete die mögliche Zinsentscheidung im Dezember als „Fehler auf lange Sicht“ und verwies auf die Stärke der Unternehmensgewinne als Indiz für bereits lockere geldpolitische Bedingungen.