Die Federal Reserve hat am Mittwoch den Leitzins, wie allgemein erwartet, auf 4,25-4,5% gesenkt. Doch das wahre Highlight der Sitzung war die Veröffentlichung des sogenannten "Dot Plot", welcher lediglich zwei weitere Zinssenkungen im kommenden Jahr andeutet. Diese Einschätzung verlieh dem US-Dollar starke Auftriebskräfte und stellte andere Finanzinstrumente vor neue Herausforderungen. Im Vergleich zur vorherigen Einschätzung hat sich die Erwartung der Fed für die Anzahl der Zinssenkungen in 2025 deutlich verändert, nachdem zuvor vier Senkungen erwartet wurden. Darüber hinaus hat die Notenbank ihre Wachstumsprognosen für die USA nach oben korrigiert. Für das Jahr 2024 wird nun ein BIP-Wachstum von 2,5% und für das folgende Jahr von 2,1% erwartet. Auch die Aussichten auf die Inflation und die Arbeitslosenquote wurden nach oben bzw. unten angepasst. Eine knappe Mehrheit der Teilnehmer rechnet damit, dass die Fed bis zum zweiten Quartal 2025 unverändert halten wird. Obwohl es seit dem letzten Monat einige Anzeichen dafür gab, dass die Fed ihren Kurs im nächsten Jahr weiter verlangsamen könnte, war dies bis zur jüngsten Sitzung nicht der Konsens. Insgesamt zeigte sich das BIP im Jahr 2024 wesentlich stärker als erwartet, während die Inflation im Oktober wieder anstieg. Ob diese Entwicklung einen neuen inflationären Trend einleitet, bleibt allerdings unklar. Anleger werden daher die nächsten Monate abwarten und die Verbraucherpreisindizes CPI und PCE genau beobachten. Die neue Situation wirkt sich im Wesentlichen negativ auf Gold aus, während der Effekt auf zyklische Instrumente wie Aktien und viele Kryptowährungen eher uneindeutig bleibt. Trotz der Herausforderungen durch höhere Zinsen zeichnet sich ein insgesamt positives Wirtschaftsumfeld ab, was den lang gehegten Erwartungen einer Rezession widerspricht. In der nächsten Woche wird es aufgrund der Feiertage in vielen wichtigen Ländern voraussichtlich ruhig bleiben, jedoch könnte die Volatilität kurz vor Weihnachten zunehmen. Ein sogenannter 'Santa Rally' scheint möglich, hängt aber stark von der Marktstimmung ab. Die Reaktion des Goldpreises auf die Aussicht auf nur zwei weitere Zinssenkungen im nächsten Jahr war recht typisch. Die Nachfrage könnte nachlassen, da die Zinssätze wahrscheinlich länger höher bleiben. Dennoch dürfte die Nachfrage nach sicheren Häfen in naher Zukunft angesichts der Unsicherheiten in Syrien und der bevorstehenden Amtseinführung von Donald Trump kaum signifikant abnehmen. Die anfängliche Reaktion auf die Fed-Sitzung schien etwas überzogen, wobei der Preis am 19. Dezember etwa die Hälfte des Verlustes wieder aufholte. Kein klares Ansteigen des Verkaufsvolumens war zu beobachten. Die Marke von 2.600 US-Dollar scheint eine moderat starke Unterstützungszone zu sein, basierend auf den Bewegungen Ende November und Anfang Dezember.
Wirtschaft
Fed-Sitzung lässt die Märkte aufhorchen: Überraschender Ausblick auf die amerikanische Geldpolitik