29. Januar, 2026

Wirtschaft

Fed lässt Trump abblitzen – Droht jetzt der totale Dollar-Kollaps?

Jerome Powell bleibt hart, die Zinsen hoch und der Präsident tobt. Warum der Machtkampf im Weißen Haus Ihr Portfolio gefährdet.

Fed lässt Trump abblitzen – Droht jetzt der totale Dollar-Kollaps?
Fed lässt Zinsen bei 3,75%. Powell bleibt hart trotz Trump-Druck. Dollar verliert weiter an Wert. Analyse der InvestmentWeek.

Die US-Notenbank verweigert die geforderte Zinssenkung trotz politischem Druck

Die Federal Reserve hat zum Jahresauftakt 2026 ein klares Signal der Unabhängigkeit gesendet. Entgegen den politischen Wünschen aus dem Weißen Haus verharrt der Leitzinskorridor unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Währungshüter lassen sich von der aggressiven Rhetorik der Regierung Trump nicht beirren.

Ausschlaggebend für diese restriktive Haltung ist die hartnäckige Inflation. Mit einer Teuerungsrate von zuletzt 2,7 Prozent liegt der Preisdruck weiterhin signifikant über dem definierten 2,0-Prozent-Ziel der Notenbank. Auch die Stabilisierung des US-Arbeitsmarktes liefert aktuell keine Argumente für eine sofortige monetäre Lockerung.

„Es gibt derzeit anhand vorliegender Daten keinen Grund für eine Zinssenkung“, so Fed-Chef Jerome Powell.

Experten prognostizieren die Zinswende erst nach Powells Abgang im Juni

Marktbeobachter müssen ihre Erwartungen anpassen. Volkswirte gehen zwar weiterhin von zwei Zinsschritten im laufenden Jahr aus, die den Leitzins auf 3,0 bis 3,25 Prozent drücken könnten. Doch der Zeitplan verschiebt sich nach hinten.

Die Zinswende wird nun eng mit dem anstehenden Personalwechsel an der Spitze der Fed verknüpft. Vor dem Sommer ist mit keiner Bewegung zu rechnen, was die Finanzierungskosten für US-Unternehmen vorerst hoch hält.

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Der institutionelle Machtkampf gefährdet die Glaubwürdigkeit der US-Währung

Hinter den Kulissen tobt ein Kampf um die Institutionen, der Investoren alarmieren muss. US-Präsident Donald Trump drohte Powell bereits mit einer Anklage und versucht, Fed-Direktorin Lisa Cook zu entlassen. Letzteres dürfte jedoch am Supreme Court scheitern.

Dieser Konflikt hinterlässt tiefe Spuren an den Devisenmärkten. Obwohl der Dollar mit bis zu 3,75 Prozent deutlich höher verzinst ist als der Euro (Einlagensatz der EZB bei 2,00 Prozent), neigt die US-Währung zur Schwäche. Der Markt preist hier einen massiven Vertrauensverlust in die politische Stabilität der USA ein.

Seit Anfang des vergangenen Jahres hat der Dollar rund 15 Prozent gegenüber dem Euro verloren. Der Wechselkurs kletterte kurzzeitig über die Marke von 1,20 Dollar je Euro. Trump ignoriert diese Warnsignale jedoch demonstrativ.

„Nein, ich glaube, es ist großartig“, so US-Präsident Donald Trump auf die Frage nach Sorgen wegen des Kursverlustes.