16. März, 2026

Wirtschaft

Fachmann prognostiziert Schrumpfung der Galeria-Filiallandschaft

Fachmann prognostiziert Schrumpfung der Galeria-Filiallandschaft

Die Zukunft der traditionsreichen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wirkt trotz der bevorstehenden Vorstellung eines neuen Investors ungewiss. Branchenexperte Jörg Funder, Professor für Unternehmensführung im Handel an der Hochschule Worms, äußerte Zweifel an der langfristigen Fortführung des Großteils der 92 Filialen durch die neuen Eigentümer. Er hält maximal 20 Filialen für realistisch und begründet diese Zahl mit strategischen Überlegungen bei der Übernahme und dem temporären Betrieb der Standorte.

Funder verweist auf eine Wahrscheinlichkeit kommender Schließungen, wobei kleinere Städte besonders betroffen sein könnten. Stefan Denkhaus, der Insolvenzverwalter von Galeria, strebt indes die Rettung von mindestens 60 Filialen an und wird den neuen Investor, ein Konsortium bestehend aus der US-Investmentfirma NRDC und dem deutschen Unternehmer Bernd Beetz, demnächst präsentieren. Richard Baker, der hinter NRDC steht und bereits mit der Hudson's Bay Company Erfahrungen im Warenhausgeschäft sammelte, zeigt sich ambitioniert mit Plänen, 'mehr als 70' der Filialen zu erhalten.

Dennoch äußert Funder Skepsis über die Erfolgschancen der Kette unter der Führung des neuen Konsortiums, da er deren bisheriges Konzept kritisch sieht und auf die nicht sonderlich erfolgreichen Bemühungen von HBC in der Vergangenheit hinweist. Seiner Meinung nach benötigt Galeria einen tiefgreifenden Wandel und eine Neuausrichtung der Filialen, einschließlich eines stärkeren Fokus auf ein erlebnisorientiertes Shoppingkonzept. All dies erfordere erhebliche Investitionen, bei denen er die Bereitschaft der neuen Eigentümer in Frage stellt.