Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, äußerte sich jüngst vor dem Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments zu den wirtschaftlichen Herausforderungen der Eurozone. Sie warnte, dass kurzfristig ein schwächeres Wirtschaftswachstum zu erwarten sei. Dabei handelt es sich um eine markante Entwicklung, die auf kürzlich erhobene Daten zurückzuführen ist. Doch langfristig sieht Lagarde Licht am Ende des Tunnels und erwartet, dass die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnen dürfte.
Trotz dieser Konjunkturschwäche zeigt sich der Arbeitsmarkt bislang widerstandsfähig. Dennoch gibt es Anzeichen, dass das Beschäftigungswachstum ins Stocken geraten könnte, was eine rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften zur Folge haben könnte. Dies könnte eine der kommenden Herausforderungen für die Eurozone darstellen.
Lagarde schickte auch beruhigende Signale in Sachen Inflation. Für das vierte Quartal sei mit einem temporären Anstieg der Inflation zu rechnen, jedoch sollte diese im kommenden Jahr wieder zurückgehen und das angestrebte Inflationsziel von zwei Prozent auf mittlere Sicht erreichen. Auch wenn der Kampf gegen überhöhte Inflation noch nicht gewonnen ist, zeigt sich Lagarde zuversichtlich, dass dieses Ziel unter gewöhnlichen Umständen 2024 nachhaltig erreicht wird. Die jüngste Erhöhung der Inflation auf 2,3 Prozent im November lässt sich auf Basiseffekte, insbesondere auf die Energiepreise, zurückführen und bleibt im Rahmen der EZB-Erwartungen.
In einem strategischen Schritt senkte die Notenbank im Oktober die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent für den Einlagenzinssatz. Viele Ökonomen rechnen außerdem mit einer weiteren Senkung bei der anstehenden Sitzung im Dezember.