Die deutsche Exportmaschine stottert nicht mehr nur, sie ist offiziell ins Stocken geraten.
Mit einem brutalen Minus von 2,5 Prozent im November erleben die Ausfuhren den härtesten Absturz seit anderthalb Jahren. Das Statistische Bundesamt liefert Zahlen, die jeden verbliebenen Optimismus im Keim ersticken.
Das Gesamtvolumen der Exporte schrumpfte auf 128,1 Milliarden Euro. Dieser Rückgang markiert den stärksten Einbruch seit Mai 2024 und signalisiert eine fundamentale Schwäche des Geschäftsmodells „Made in Germany“.
Besonders alarmierend ist die Ahnungslosigkeit der Experten im Vorfeld. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich eine Stagnation erwartet. Stattdessen konfrontiert die Realität die Märkte mit einem freien Fall, der auf die Fehleinschätzung der globalen Nachfragesituation hindeutet.
Die amerikanischen Zölle würgen den wichtigsten Absatzmarkt gnadenlos ab
Der Blick über den Atlantik offenbart das ganze Ausmaß der Misere. Die USA bleiben zwar der wichtigste Einzelmarkt für deutsche Waren, doch die Dynamik ist toxisch.
Waren im Wert von nur noch 10,8 Milliarden Euro wurden im November in die Vereinigten Staaten geliefert. Das entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Hier zeigt sich die protektionistische Fratze der US-Handelspolitik. Die unter Präsident Donald Trump etablierten Zölle entfalten ihre volle, destruktive Wirkung und drücken die Nachfrage massiv.

Europas Nachfrageschwäche reißt tiefere Löcher als die Stabilisierung in China füllen kann
Wer gehofft hatte, der europäische Binnenmarkt würde als stabilisierender Anker fungieren, sieht sich getäuscht.
Die Exporte in die EU-Staaten brachen im gleichen Maße ein wie das US-Geschäft: Ein Minus von 4,2 Prozent drückte das Volumen auf 73,1 Milliarden Euro. Die Rezessionstendenzen bei den europäischen Nachbarn schlagen nun voll auf die deutsche Industrie durch.
In diesem düsteren Szenario wirkt die Entwicklung in China beinahe surreal. Das Geschäft mit der Volksrepublik legte gegen den Trend um 3,4 Prozent zu.
Doch dieses Wachstum auf 6,5 Milliarden Euro ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Volumen ist schlicht zu gering, um die massiven Verluste in den Kernmärkten USA und Europa auch nur ansatzweise zu kompensieren.
Steigende Importe verschärfen die Schieflage der deutschen Handelsbilanz weiter
Während die Exporte wegbrechen, zeigt die Importseite eine gegenläufige Bewegung, die Fragen aufwirft.
Deutschland führte im November Waren im Wert von 115,1 Milliarden Euro ein. Das entspricht einem Anstieg von 0,8 Prozent.
Analysten hatten hier lediglich mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet. Diese Diskrepanz zwischen sinkenden Ausfuhren und steigenden Einfuhren belastet die Handelsbilanz zusätzlich und deutet auf eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte hin.
Experten schließen eine Rückkehr zu alter Stärke für die kommenden Jahre kategorisch aus
Die Aussichten für die nahe Zukunft sind nicht nur trübe, sie sind katastrophal.
Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), findet deutliche Worte. Er sieht keine Trendwende, sondern „bestenfalls eine Atempause“.
Für das Jahr 2026 erwartet der Verband keine Rückkehr zur früheren Exportdynamik in den Schlüsselmärkten USA und China.
Die deutsche Wirtschaft muss sich auf eine dauerhafte Schwächephase einstellen. Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ist derzeit das optimistischste Szenario, das Realisten zeichnen können.


