21. Mai, 2026

Wirtschaft

Exklusive Inselparadiese: Kreuzfahrtanbieter steuern auf Erfolgskurs

Exklusive Inselparadiese: Kreuzfahrtanbieter steuern auf Erfolgskurs

Die großen Kreuzfahrtanbieter rüsten auf und investieren Millionen, um ihren Gästen private Inselziele mit Aktivitäten, Stränden, Bars und Restaurants zu bieten. Ein Vorreiter in diesem Bereich ist Royal Caribbean Group, die 2019 mit "Perfect Day at CocoCay" in den Bahamas einen beachtlichen Erfolg landeten, der auch an der Wall Street Aufmerksamkeit erregte. Durch die Kontrolle über eigene Destinationen wie kleine karibische Inseln gelingt es Kreuzfahrtgesellschaften, Umsatzsteigerungen zu realisieren. Dies liegt unter anderem daran, dass sie keine Gebühren und Steuern an Hafenbehörden entrichten müssen und somit ein höheres Umsatzpotenzial ausschöpfen können. Beispielsweise investierte Royal Caribbean 250 Millionen Dollar in die Renovierung von CocoCay, wodurch die Ticketverkäufe um 43% stiegen, während die Ausgaben einschließlich Provisionen um 34% zunahmen. Mitbewerber wie Carnival und Norwegian Cruise Line versuchen nun, diesen Erfolg zu replizieren. Laut Kenneth Kuhrt von Ariel Investments erzielt Royal Caribbean derzeit eine der besten Renditen in der Branche, was insbesondere durch CocoCay ermöglicht wird, während andere Anbieter noch hinterherhinken. Die günstigen Preise für Kreuzfahrten ziehen nach der COVID-19-Pandemie zahlreiche Reisewillige an, was den Unternehmen starke Gewinne beschert. Die Aktien von Royal Caribbean stiegen bisher um 69% in diesem Jahr, während Carnival und Norwegian um 27% bzw. 30% zulegten. Die Möglichkeit von Direktbuchungen stellt zudem eine Chance dar, erhebliche Provisionen einzusparen, obwohl die Kreuzfahrtgesellschaften darauf bedacht sind, ihre Abhängigkeit von Reisebüros nicht öffentlich zu thematisieren. Die Nachfrage nach privaten Inselerlebnissen wächst, mit derzeit 12 privaten Destinationen in der Karibik und weiteren in Planung. Carnival investiert beispielsweise 600 Millionen Dollar in die Entwicklung von Celebration Key auf Grand Bahama, und ähnliche Pläne verfolgen Royal Caribbean und Norwegian. Diese Investitionen versprechen hohe Renditen, die sich mit denen neuer Schiffe vergleichen lassen. Insgesamt steigen die Passagierzahlen, die private Inseln ansteuern um 41%; dennoch gibt es bei einigen öffentlichen karibischen Zielen einen Rückgang der Besucherzahlen. Der Wettbewerb zwingt sie, einzigartige Erlebnisse zu bieten, um den veränderten Erwartungen der Gäste gerecht zu werden. Gesamt gesehen, zeichnen sich die privaten Inseln schon jetzt als Spielveränderer für die Tourismusbranche der Karibik ab, wobei die Bahamas einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen.