05. Februar, 2026

Wirtschaft

Evonik begegnet Konjunkturschwäche mit angepasster Dividendenstrategie

Der im MDax notierte Spezialchemiekonzern Evonik steht weiterhin vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die vorläufigen Geschäftszahlen für das vergangene Jahr reflektieren diesen Druck: Der Umsatz des Unternehmens fiel um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Dies ist weitgehend auf die angespannte globale Wirtschaftslage zurückzuführen. Gleichzeitig verzeichnete Evonik einen Rückgang des bereinigten Ebitda um 9 Prozent, wodurch sich dieser Wert auf knapp 1,9 Milliarden Euro einpendelte, exakt im Rahmen der Unternehmensprognosen.

Die Chemiebranche sieht sich gegenwärtig einem komplexen Umfeld gegenüber, das durch die internationale Wettbewerbslandschaft, insbesondere den intensiven Konkurrenzdruck aus China, sowie die hohen Energiekosten in Deutschland geprägt ist. Vor diesem Hintergrund hat Evonik eine neue Dividendenpolitik ins Auge gefasst, die durch Konzernchef Christian Kullmann angekündigt wurde. Das Ziel dieser Strategie liegt darin, die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu wahren und gleichzeitig eine dynamische Ausschüttungspolitik zu verfolgen.

Aktionäre von Evonik können für das Jahr 2025 mit einer anfänglichen Dividende von 1,00 Euro pro Aktie rechnen. Mittelfristig plant das Unternehmen, zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten. Diese Neuausrichtung wird von der RAG-Stiftung, dem größten Anteilseigner von Evonik, ausdrücklich unterstützt. Bernd Tönjes, Vorsitzender der RAG-Stiftung und des Aufsichtsrats von Evonik, betont die künftige Verlässlichkeit und Attraktivität der Dividende, die eng an den Unternehmenserfolg gekoppelt bleiben soll. Die endgültige Entscheidung über die Dividende wird jedoch erst auf der Hauptversammlung im Juni getroffen.

Für das laufende Jahr hat sich Evonik ambitionierte Ziele gesetzt und rechnet mit einem bereinigten Ebitda zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Diese Zielvorgaben erscheinen angesichts der anhaltenden globalen wirtschaftlichen Herausforderungen durchaus ehrgeizig. Darüber hinaus plant das Unternehmen für 2026 umfassende Einsparmaßnahmen, die unter anderem einen Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen weltweit vorsehen. Diese Schritte unterstreichen Evoniks Bemühungen, in einem herausfordernden globalen Kontext wettbewerbsfähig zu bleiben und eine nachhaltige Wachstumsstrategie zu verfolgen.