Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Zinsen weiter senken, sofern die Inflation weiterhin in Richtung des 2%-Ziels sinkt. Diese Ankündigung kam von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die damit signalisierte, dass restriktive Maßnahmen zur Wachstumsbegrenzung nicht mehr notwendig seien.
In diesem Jahr hat die EZB bereits vier Zinssenkungen vorgenommen, zuletzt in der vergangenen Woche, als die drei wichtigsten Zinssätze um 25 Basispunkte reduziert wurden. Investoren setzen sogar darauf, dass die Geldpolitik im kommenden Jahr weiter gelockert wird. Dabei enden die Inflationssorgen weitgehend, während schwaches Wachstum zunehmend Sorgen bereitet.
Auf einer Veranstaltung in Litauen äußerte sich Lagarde dahin gehend, die Zinsen noch weiter senken zu wollen, da ein restriktives Zinsniveau nicht mehr erforderlich sei. Finanzmärkte rechnen damit, dass die EZB bei den nächsten vier Sitzungen die Zinsen weiter senken wird. Grund für die schnelle Entspannung der Geldpolitik könnte das Ende der letzten Inflationsreste sein, da der Druck auf die Dienstleistungskosten sinkt und das Lohnwachstum sich zu mäßigen scheint.
Lagarde betonte, dass die Inflation möglicherweise schneller als erwartet zurückgehen könnte, unter anderem aufgrund geopolitischer Risiken wie einer möglichen Rückkehr von Donald Trump ins politische Geschehen. Ihrer Meinung nach könnten protektionistische Maßnahmen der USA das Wachstum im Euroraum beeinträchtigen, sollten diese erneut in den Vordergrund rücken.