02. Mai, 2026

Wirtschaft

Europäische Zentralbank mahnt zur Vorsicht: Neue Herausforderungen für Geldinstitute

Europäische Zentralbank mahnt zur Vorsicht: Neue Herausforderungen für Geldinstitute

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat trotz solider Krisenpuffer in der Finanzwelt zur Vorsicht gemahnt. Angesichts schwächerer makroökonomischer Aussichten und struktureller Veränderungen in der Wirtschaft seien erhöhte Wachsamkeit und eine proaktive Risikobewertung notwendig, wie die EZB-Bankenaufseher erklärten. Nicht zu unterschätzende geopolitische Risiken könnten die Finanzmärkte unvorbereitet treffen, da diese oftmals erst bei ihrer Verwirklichung eingepreist werden. Das plötzliche Auftreten solcher Risiken könnte Banken zu einer abrupten Neubewertung zwingen und zusätzliche Verluste auslösen. Gleichwohl zeigt sich der Bankensektor im Euroraum nach Einschätzung der Aufsicht im zu Ende gehenden Jahr widerstandsfähig. Die Geldhäuser wiesen im Schnitt gesunde Kapital- und Liquiditätspositionen auf, die über den regulatorischen Anforderungen lagen. Die regelmäßige Bewertung der Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen sowie des Risikomanagements durch die EZB erfolgt im Rahmen des "Supervisory Review and Evaluation Process" (SREP). Dabei werden Kapitalzuschläge festgelegt und entschieden, wie viel Banken als Dividende ausschütten dürfen. Aktuell steigen die Gesamtkapitalanforderungen leicht auf 15,6 Prozent für das Jahr 2025, gegenüber 15,5 Prozent im Jahr 2024. Die EZB-Bankenaufsicht überwacht derzeit 113 Banken im Euroraum, die zusammen 82 Prozent des Bankenmarkts in der Region ausmachen.