Die Erwartung einer baldigen Senkung der Leitzinsen hat Europas Börsen in der Mitte der Woche erneut angeheizt. Der EuroStoxx 50, der Leitindex für die Aktienschwergewichte der Eurozone, erreichte dabei den höchsten Stand seit 2007. Zum Handelsschluss konnte der Index ein Plus von 0,68 Prozent auf 4.483,26 Punkte verbuchen. Damit setzt der EuroStoxx 50 seine Gewinnstrecke seit dem Tief im Oktober, knapp unter 4.000 Zählern, fort und baut diese auf beeindruckende 12 Prozent aus.
Ein weiterer Faktor, der zu diesem positiven Trend beitrug, war der Rückgang der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf den niedrigsten Stand seit Mai. Mit sinkenden Zinserwartungen gewinnen Aktien im Vergleich zu festverzinsten Wertpapieren wie Anleihen an Attraktivität. Hinzu kommt, dass die Börsen-Rally zum Jahresende immer mehr Fahrt aufnimmt, da sich noch nicht engagierte Anleger beeilen müssen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen und keine weiteren Chancen zu verpassen.
Auch andere europäische Börsenindizes konnten von dieser positiven Stimmung profitieren. Der französische Cac 40 legte um 0,66 Prozent auf 7.435,99 Punkte zu, während der britische FTSE 100 um 0,34 Prozent auf 7.515,38 Punkte stieg.
Diese positiven Kursentwicklungen spiegeln die Erwartung der Marktteilnehmer wider, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in naher Zukunft ihre Geldpolitik lockern wird, um das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln und die niedrige Inflation anzugehen. Da niedrigere Zinsen Unternehmen günstigere Kredite ermöglichen und Investoren dazu animieren, vermehrt in riskantere Anlageklassen wie Aktien zu investieren, wird der positiven Stimmung an den Börsen in nächster Zeit wohl weiter anhalten.