Estlands Verteidigungsminister, Hanno Pevkur, hat Forderungen nach entschlossenen Rettungsversuchen für den gefährdeten EU-Munitionsplan für die Ukraine aus Osteuropa erhoben. Pevkur schlug vor, dass die Ukraine bereit sein sollte, in Drittstaaten zu kaufen, falls nicht ausreichend Munition aus den eigenen Lagern und über neue Bestellungen von der Industrie organisiert werden könne. Dies sei eine der möglichen Lösungen, betonte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der estnische Politiker verwies dabei auf die Aussagen des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, wonach erhebliche Mengen an in der EU produzierter Munition aufgrund bestehender Verträge in andere Staaten geliefert werden. Pevkur schlägt vor, mit diesen Ländern Verhandlungen zu führen, um die Munition dann in die von Russland angegriffene Ukraine umzuleiten. Er betonte, dass die Produktionskapazitäten vorhanden seien. Diese Forderungen sind eine Reaktion auf den schleppenden Fortschritt beim EU-Plan zur Lieferung von einer Million Artilleriegeschossen an die Ukraine bis zum Frühjahr 2024. Der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, äußerte sich diesbezüglich skeptisch und erwartet ein Scheitern. "Die eine Million werden nicht erreicht. Davon muss man ausgehen", erklärte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande von EU-Beratungen. Als Grund nannte er unzureichende Produktionskapazitäten. Bereits vor den EU-Beratungen hatte sich auch der lettische Verteidigungsminister, Andris Spruds, zu Wort gemeldet und "Ehrgeiz und Ambitionen" gefordert, um die gesetzten Ziele zu erreichen.
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EU-Munitionsplan für Ukraine bedroht: Forderungen nach entschlossener Rettung werden laut