In Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks, kommen die Verteidigungs- und Außenminister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zusammen, um über die fortdauernde Unterstützung für die Ukraine, die weiterhin unter dem Angriff Russlands leidet, zu beraten. Hierbei ist es das zentrale Anliegen der Verteidigungsminister, die Rolle der Europäischen Union in der Bereitstellung militärischer Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines möglichen Waffenstillstands zu diskutieren. Parallel dazu konzentrieren sich die Außenminister auf die Verstärkung des Sanktionsdrucks gegen Russland, insbesondere durch die Optimierung der Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte. Diese Vermögenswerte generieren derzeit lediglich Zinserträge, die zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden.
Angesichts der jüngsten und schwerwiegenden russischen Luftangriffe auf Kiew, die auch die EU-Vertretung in der ukrainischen Hauptstadt nicht verschonten, könnten die Gespräche in Kopenhagen zusätzlichen Elan erhalten. Die Verteidigungsberater treffen sich hierzu am Vormittag, wobei Deutschland durch Staatssekretär Sebastian Hartmann vertreten wird. Der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nimmt zur selben Zeit am deutsch-französischen Ministerrat in Frankreich teil.
Ein weiteres bedeutendes Thema auf der Agenda der Außenminister sind potenzielle Sanktionen der EU gegen Israel in Anbetracht der humanitären Lage im Gazastreifen. Insbesondere Deutschland und Italien haben bislang eine erforderliche Mehrheit für solche Maßnahmen verhindert. Die informellen Gespräche beginnen mit einem abendlichen Dinner am Freitag, bei dem der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sowie die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja anwesend sein werden. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul wird nach dem Ministerrat erwartet. Da die Treffen informellen Charakter haben, werden keine weitreichenden Entscheidungen erwartet, dennoch bieten sie eine wertvolle Gelegenheit für den Austausch und die Stärkung der gemeinsamen europäischen Positionen.