Die Europäische Union hat kürzlich eine richtungsweisende Regelung eingeführt, um ihren Kampf gegen Spionage und die Verbreitung von Desinformation zu verstärken. Diese neue Bestimmung betrifft russische Diplomaten, konsularische Vertreter und ihre Angehörigen, die fortan verpflichtet sind, ihre Reisen innerhalb der EU mindestens 24 Stunden im Voraus sowohl in den Zielstaaten als auch in allen durchquerten Ländern zu melden. Zusätzlich haben die einzelnen EU-Mitgliedsländer die Möglichkeit, eine Genehmigungspflicht für derartige Reisen einzuführen, wodurch Reisen im Ernstfall eingeschränkt oder gar komplett untersagt werden können.
Der Hintergrund dieser Bewegung ist die Besorgnis über die Beteiligung einiger russischer Diplomaten an Tätigkeiten, die über ihre offiziellen Aufgaben hinausgehen. Berichten zufolge sind einige dieser Akteure in nachrichtendienstliche Operationen verstrickt, welche die russische Aggression gegen die Ukraine stützen. Wesentliche Bestandteile dieser Operationen sind Spionageaktivitäten und die gezielte Verbreitung von Desinformation, um das öffentliche Meinungsbild in den betroffenen Regionen im Kontext des militärischen Konflikts zugunsten Russlands zu beeinflussen.
Diese Maßnahme stellt einen Teil eines umfassenderen Sanktionsprogramms dar, das die EU bereits im Oktober beschlossen und offiziell im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht hat. Früher konnten russische Diplomaten relativ ungehindert innerhalb der EU-Staaten reisen, was insbesondere seitens der östlichen Mitgliedstaaten in der Vergangenheit auf scharfe Kritik stieß. Gleichwohl gibt es auch Bedenken innerhalb der EU, dass Russland als möglicher Gegenschlag die Bewegungsfreiheit europäischer Diplomaten auf russischem Boden einschränken könnte.
EU-Vertreter haben betont, dass Verstöße gegen diese neuen Reisevorschriften ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen können. Im Falle von Nichtbefolgung droht den betroffenen Diplomaten der Entzug ihrer diplomatischen Akkreditierung. Diese drohende Maßnahme zeigt die Entschlossenheit der EU, in dieser sensiblen Angelegenheit keine Kompromisse einzugehen und damit die Sicherheit und Integrität ihrer Mitgliedstaaten zu wahren.