Im Angesicht der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen in Osteuropa mahnt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zur Eile bei der Verteidigung der Ukraine. Unnachgiebigkeit paart sich mit einem Appell an die europäischen Staaten: Weitere Luftabwehrsysteme müssen unverzüglich in die Ukraine geliefert werden. Beim G7-Außenministertreffen auf der malerischen Insel Capri betont Borrell die Dringlichkeit dieser Maßnahme zum Schutz der kritischen Energieinfrastruktur des Landes.
Die Unabhängigkeit Europas steht dabei im Zentrum seiner Forderungen. Eine starke Eigeninitiative jenseits der Unterstützung durch die USA ist das Gebot der Stunde. Ein Zeichen dieser Selbstständigkeit setzt Deutschland mit der Ankündigung der Lieferung eines dritten "Patriot"-Luftabwehrraketensystems. Auch aus dem politischen Berlin, nämlich von der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock und dem Verteidigungsminister Boris Pistorius, kommen unterstützende Stimmen, die die Verbündeten zum raschen Handeln ermutigen.
Borrell unterstreicht sein Statement mit Nachdruck: Europäische Militärdepots sollen sich nicht als Ruhestätten für "Patriot"- und Anti-Raketen-Systeme verstehen, sondern als Quellen zur Unterstützung eines Landes im konkreten Abwehrkampf. Optimismus durchzieht seine Rede, gepaart mit dem unmissverständlichen Klang der Dringlichkeit. Die G7-Konferenz, zu der auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba geladen sind, verfolgt das brennende Thema des russischen Angriffskrieges und setzt eine klare Agenda für die Unterstützung der Ukraine.