18. Januar, 2026

Politik

EU äußert Besorgnis über Trumps angedrohte Zollerhöhungen

Die transatlantischen Beziehungen stehen vor einer ernsthaften Belastungsprobe, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, angedroht hat, neue Zölle gegen diverse europäische Länder zu erheben. Anlass dafür sind nicht nur schwelende wirtschaftspolitische Differenzen, sondern auch geopolitische Spannungen, die jüngst durch den Konflikt um Grönland weiter angefacht wurden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der amtierende Ratspräsident António Costa haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre tiefe Besorgnis über die möglicherweise destabilisierenden Auswirkungen eines solchen Vorgehens geäußert. Sie warnten vor einer gefährlichen Abwärtsspirale, die das langjährige transatlantische Bündnis erheblich schwächen könnte.

Der Grönland-Konflikt hat in den letzten Monaten an Brisanz gewonnen, nachdem Trump wiederholt seine Unzufriedenheit über die Entsendung europäischer Truppen in die Region artikulierte. Diese Truppen, vorwiegend aus Deutschland und anderen NATO-Staaten, wurden von der EU als notwendig angesehen, um Stabilität und Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Von der Leyen und Costa betonen, dass die Präsenz dieser Streitkräfte keine Aggression darstellt, sondern vielmehr im Interesse der globalen Sicherheitsarchitektur liegt. Ein Dialog zwischen den beteiligten Nationen ist daher unerlässlich, zumal kürzlich eine Arbeitsgruppe zwischen Dänemark, Grönland und den USA ins Leben gerufen wurde, die technische Gespräche über einen möglichen Verkauf Grönlands führen soll.

Die drohenden US-Zölle treffen auf eine ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage, nachdem zuvor eine Einigung über den Abbau von Handelsbarrieren bereits mühsam ausgehandelt worden war. Diese Einigung, die die Abschaffung von Zöllen auf US-amerikanische Industriegüter vorsah, könnte jedoch angesichts der jüngsten Eskalationen nun ernsthaft infrage stehen. Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament, signalisierte seine Unterstützung für das bestehende Zollabkommen, stellte jedoch klar, dass eine formelle Ratifizierung unter den gegenwärtigen Umständen kaum realistisch erscheint.

Präsident Trump hat unmissverständlich klargestellt, dass er plant, ab Februar weitere Zölle gegen Deutschland und andere europäische Nationen zu verhängen, falls kein akzeptabler Konsens über Grönland erzielt werden kann. Diese Zölle sollen als Druckmittel fungieren, könnten jedoch erhebliche Folgen für den transatlantischen Handel haben. Die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Maßnahmen könnten tiefgreifend sein und die Politik dazu zwingen, schnell und entschieden zu handeln, um einen Handelskrieg zu verhindern, der beiden Seiten schaden würde.