17. März, 2026

Politik

Eskalationsrisiko im Nahen Osten steigt nach Angriffen

Eskalationsrisiko im Nahen Osten steigt nach Angriffen

Angesichts des massiven iranischen Angriffs auf israelisches Territorium warnt Tareq Sydiq, Experte für Konflikt- und Protestforschung an der Universität Marburg, vor einem hohen Kriegsrisiko in der Region. Im Interview mit dpa verdeutlicht Sydiq die fragile Situation: Eine unkontrollierbare Eskalationsspirale droht aufgrund des unkalkulierbaren Wechselspiels zwischen Offensivmaßnahmen und deren Vergeltung. Der Forscher betont das hohe Risiko der aktuellen Lage, in der eine Fehleinschätzung schnell zu einem unvermeidbaren Krieg führen könnte.

Hintergrund der Tensionen ist der iranische Raketen- und Drohnenbeschuss mit mehr als 300 Geschossen auf Israel, der als Vergeltungsmaßnahme für einen vermeintlichen israelischen Angriff gilt. Dieser hatte zuvor das iranische Botschaftsgelände in Damaskus getroffen und zwei Generäle der Revolutionsgarden das Leben gekostet. Israel, repräsentiert durch seinen Botschafter in Deutschland Ron Prosor, zeigte sich bereits entschlossen, mit militärischen Gegenaktionen zu antworten. Die internationale Gemeinschaft zeigt sich indes um eine Deeskalation bemüht.

Die Aktionen im syrischen Umfeld analysiert Sydiq vor dem Hintergrund des Gaza-Konflikts und illustriert die bestehende Sicherheitsbedrohung für Israel. Die Verbindung der iranischen Revolutionsgarden mit der libanesischen Hisbollah-Miliz und deren Unterstützung für die islamistische Hamas wird als deutlich dokumentierte Gefahr betrachtet. Sydiq beobachtet intensive internationale Bestrebungen zugunsten der Kriegsverhinderung, wobei insbesondere die USA versuchen auf eine Mäßigung der Parteien hinzuwirken. Trotz des Bemühens verbleibt das Risiko eines bewaffneten Konflikts aufgrund der gegenseitigen Gründe für eine potenzielle Eskalation.