Die jüngsten Untersuchungen, die derzeit gegen den Vorsitzenden der US-amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, geführt werden, haben landesweit für erregte Debatten gesorgt. Die Staatsanwältin Jeanine Pirro bemühte sich, die angespannte Situation zu entschärfen, indem sie über die Plattform X ankündigte, dass bislang niemand im Plenarsaal offiziell das Wort „Anklage“ ausgesprochen habe, mit Ausnahme von Powell selbst. Grund für die Untersuchungen scheint die angebliche Missachtung der Fed gegenüber Anfragen hinsichtlich der Kosten für Renovierungsarbeiten am historischen Hauptsitz zu sein.
Jerome Powell machte in einer ungewöhnlichen Stellungnahme am vergangenen Sonntag auf die drohenden Anklageabsichten aufmerksam. Er sieht die Ursachen für die Untersuchungen in der ablehnenden Haltung der Zentralbank gegenüber der Zinspolitik des damaligen Präsidenten Donald Trump. Präsident Trump hatte wiederholt geringere Zinssätze gefordert, während die Zentralbank mit Blick auf die zunehmenden Inflationsrisiken eine zurückhaltendere Position einnahm.
Diese Ermittlungen haben inzwischen auch im US-Kongress für erhebliche Unruhe gesorgt. Kritiker interpretieren das Vorgehen als einen Versuch, die unabhängige Rolle der Federal Reserve, die gegenüber dem Kongress rechenschaftspflichtig ist, zu unterminieren. Unter anderem verkündete der prominente republikanische Senator Thom Tillis, dass er keine Unterstützung für Trumps Kandidaten für den Vorsitz der Notenbank gewähren werde, solange diese unklare Lage besteht. Angesichts der knappen Mehrheit von nur 53 von 100 Sitzen der Republikaner im Senat könnten bereits wenige Abweichler Trumps Vorhaben gefährden.
In dieser politisch geladenen Atmosphäre steht die Zukunft von Jerome Powell auf der Kippe. Seine Amtszeit läuft im Mai ab, und Präsident Trump hatte bereits angekündigt, im Januar einen Nachfolger nominieren zu wollen. Der Finanzminister Scott Bessent warnte zugleich vor den negativen Auswirkungen, die eine mögliche Strafverfolgung Powells mit sich bringen könnte. Präsident Trump, der von den Ermittlungen am Wochenende überrascht wurde, sieht sich nun mit einem komplexen Dilemma konfrontiert.
Zusätzlich stehen die Umstände rund um die Ermittlungen in der Kritik. Berichten zufolge soll Jeanine Pirro Vorladungen ohne vorherige Rücksprache mit dem US-Justizministerium ausgestellt haben. Pirro, die in der Vergangenheit als Moderatorin für den konservativen Nachrichtensender Fox News tätig war, ist bekannt für ihre langjährige Unterstützung von Trump. Diese Vorgehensweise wirft Fragen zu den Motiven und der Integrität der Untersuchung auf und sorgt für weiteren Diskussionsstoff in den politischen Reihen.