22. Januar, 2026

Politik

Erheblicher Anstieg der Pflegekosten – Regierung plant weitreichende Reformen

Die finanzielle Belastung für pflegebedürftige Personen in deutschen Heimen nimmt weiterhin stetig zu. Eine aktuelle Untersuchung des Verbands der Ersatzkassen zeigt, dass Pflegebedürftige im ersten Jahr ihres Heimaufenthalts durchschnittlich 3.245 Euro pro Monat aus eigener Tasche zahlen müssen. Dies entspricht einem Anstieg von 137 Euro seit Mitte 2025 und sogar 261 Euro mehr als zu Beginn des vorhergehenden Jahres. Diese Kosten umfassen neben dem Eigenanteil für die Pflege auch Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und notwendige Investitionen.

Bemerkenswerte regionale Unterschiede sind hierbei zu verzeichnen: In Bremen und dem Saarland sind die Kosten am höchsten, wohingegen Sachsen-Anhalt vergleichsweise niedrige Kosten aufweist. Ein zentraler Faktor für die steigenden Kosten ist der erhöhte Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Seit 2022 ist es den Einrichtungen nur gestattet, Verträge mit den Krankenkassen abzuschließen, wenn sie ihren Mitarbeitern tarifgerechte Löhne zahlen, was den bundesweiten Eigenanteil auf 1.982 Euro erhöht hat. Dies bedeutet eine Steigerung von 222 Euro seit Jahresbeginn.

Zur Minderung dieser finanziellen Belastung gewähren die Pflegekassen Entlastungszuschläge, die je nach Dauer des Heimaufenthaltes den Eigenanteil verringern sollen. Trotz substantieller staatlicher Zuschüsse bleibt die finanzielle Last für viele Betroffene erheblich hoch. Ulrike Elsner vom Verband der Ersatzkassen äußert die dringende Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierungsstrategie, die eine signifikante Entlastung der Heimbewohner ermöglicht.

Gesundheitsministerin Nina Warken plant für die kommenden Monate eine Reform, die zur Stabilisierung der Beiträge beitragen soll. Sie betont, dass eine spürbare Entlastung nur durch die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure zu erreichen sei. In den laufenden Diskussionen werden diverse Lösungen erörtert, die von einer verstärkten staatlichen Unterstützung über die Deckelung der Eigenanteile bis hin zu einer umfänglichen Vollversicherung reichen. Sowohl der Sozialverband Deutschland als auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz sprechen sich für eine Begrenzung der Pflegekosten aus, während private Anbieter auf mehr Effizienz pochen.

Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte Unzufriedenheit über den aktuellen Fortschritt der Reformbestrebungen und unterstreicht die Bedeutung einer zügigen und effektiven Umsetzung. Die angestrebte Reform hat dabei nicht nur kritische Relevanz für die Bewohner von Pflegeheimen, sondern beeinflusst auch die vielen Millionen Pflegebedürftigen, die in ihrem Zuhause betreut werden. Eine umfassende Lösung ist daher von größter gesellschaftlicher Bedeutung, um die Belastungen für alle Betroffenen nachhaltig zu mindern.